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Resozialisierungsprozess durch medienpädagogische Projektarbeit im Maßregelvollzug

Zwischenstand zum Projekt Netzkompetenz für Patientinnen und Patienten

Psychisch kranke und suchtkranke Straftäterinnen und -täter aus Einrichtungen des Maßregelvollzugs bei der sachgerechten Nutzung digitaler Medien zu unterstützen und damit den Resozialisierungsprozess zu fördern – das ist das Ziel des im Juli 2016 gestarteten und von der Landesoberbehörde für den Maßregelvollzug NRW finanzierten Projekts Netzkompetenz für Patientinnen und Patienten. In Kooperation mit dem Arbeitsbereich Medienpädagogik und empirische Medienforschung der Universität Paderborn (Prof. Dr. Dorothee M. Meister, Dr. Anna-Maria Kamin) hat die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) ein Workshopkonzept entwickelt und durchgeführt, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Maßregelvollzugs erlernen, wie eine kompetenzorientierte medienpädagogische Arbeit sowohl Medien- als auch Sozialkompetenzen der Patientinnen und Patienten fördern kann.

Unter der Leitung der GMK sind bisher vier Workshops zu den Themen Foto, Video, Information/Kommunikation und Recherche sowie Games in der Piloteinrichtung LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie in Lippstadt-Eickelborn durchgeführt worden. Obwohl sich die Umsetzung der Transferprojekte aufgrund der Sicherheitsbestimmungen innerhalb des Maßregelvollzugs als nicht einfach erweist, lassen die ersten Ergebnisse bereits die Potenziale medienpädagogischer Arbeit mit den Straftätern erkennen. In Projektgruppen in den Bereichen Pflege, Arbeitstherapie und Schule haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Workshops die themenbezogene Foto- und Videoarbeit mit ihren Patientinnen und Patenten erprobt. Dabei entstanden eindrucksvolle Fotostrecken von Landschaft, Natur und Industrie, die die individuellen Sichtweisen von Patientinnen und Patienten auf ihre Umgebung dokumentieren. Auch das Kreieren von eigenen Miniaturwelten mit H0-Figuren sowie die Stop-Motion Filmtechnik erwiesen sich als geeignete Methoden, um eine kreative Medienarbeit mit den Patientinnen und Patienten zu realisieren.

Deutlich geworden ist bereits zu diesem Zeitpunkt, dass sich aus dem Projekt zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Verankerung der medienpädagogischen Arbeit innerhalb des Maßregelvollzugs ergeben. Insbesondere Anschlüsse an Maßnahmen im therapeutischen Kontext wurden bereits sichtbar. Für die restliche Projektlaufzeit bis zum Mai 2018 ist die Erarbeitung eines transferfähigen medienpädagogischen Konzepts für den Maßregelvollzug sowie eine Abschlusstagung geplant.

Durch ihre Beteiligung an der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat auch die GMK ihr Spektrum an Methoden und Zielgruppen erweitert und ist – über die Kinder- und Jugendmedienarbeit hinaus -erstmalig im Bereich der beruflichen Bildung in den Pflege- und Therapieberufen aktiv geworden.

Weitere Informationen unter www.gmk-net.de
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