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aus dem Heft: 2017/05: Self-Tracking. Lifelogging. Quantified Self.
in der Rubrik: thema

Thomas Damberger: Keine große Nummer

Zur Qualität von Quantified Self aus bildungstheoretischer Perspektive

Angesichts vorherrschender Strukturen haben wir es aktuell mit einer reduzierten Vorstellung von Mensch und Welt zu tun, die als qualitativ verarmt bezeichnet werden kann. Quantified Self ist Ausdruck dieser qualitativen Reduktion, mit der aus bildungstheoretischer Sicht zwei Aspekte verbunden sind: Der Mensch wird bedeutungslos und er wähnt Möglichkeiten der Selbstoptimierung, wo tatsächlich Unmündigkeit herrscht. Die bildungstheoretische Reflexion des Phänomens Quantified Self und der sie möglich und nötig machenden Strukturen eröffnet die Chance, sowohl der Bedeutungslosigkeit als auch dem Optimierungswahn entgegenzuwirken. Der Beitrag wagt einen ersten Schritt in diese Richtung.

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    Autor/innen: Thomas Damberger