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Cornelia Pläsken: Im Fokus des Visuellen - Pädagogik, YouTube & Co.

    Zur Person

    Lauffer, Jürgen/Röllecke, Renate (Hrsg.) (2015). Bewegte Bilder – Bewegende Pädagogik. Visuelle Medienkulturen in der Jugendmedienarbeit. Medienpädagogische Konzepte und Perspektiven. Dieter Baacke Preis Handbuch 10. München: kopaed. 127 S., 16 €.

    Bewegtbilder haben Konjunktur, bei Kindern und Jugendlichen sind YouTube-Videos und dergleichen so beliebt wie noch nie. Um diese mediale Entwicklung aufzugreifen, setzt sich das zehnte Dieter Baacke Preis-Handbuch mit diesem jugendkulturellen Phänomen auseinander und macht unter dem Titel Bewegte Bilder – Bewegende Pädagogik einen ersten Aufschlag. Im ersten Teil des Herausgeberwerks werden thematisch passende Beiträge aus Forschung und Praxis beschrieben. Kai-Uwe Hugger und Lea Marie Braun gehen Videoclips im Internet und ihrer Orientierungsfunktion für Jugendliche hinsichtlich ihrer eigenen Identitätsbildung und -entwicklung auf den Grund. Dabei betonen sie die hohe Relevanz, die das Internet mittler weile für identitätsstiftende Prozesse hat. In einem Interview erzählen Claudia Wegener und Alexander Rihl, was es mit YouTube- Stars und den daraus entstandenen Fankulturen auf sich hat – unter anderem unter Bezug auf die bisher unveröffentlichte Studie der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Eileen Lübcke und Stefan Welling beschäftigen sich mit dem Aspekt der sozialen Benachteiligung, indem sie sich der Videonutzung und -produktion von Jugendlichen aus benachteiligenden Verhältnissen widmen. Dabei versuchen sie, Potenziale und Bedeutungszuschreibungen des Filmemachens zu verdeutlichen. Das Special der Publikation handelt von Praxismethoden, die sich mit YouTube und YouNow beschäftigen; sie sind das Resultat zweier Workshops.

    Im zweiten Teil der Publikation werden Projekte vorgestellt, die mit dem Dieter Baacke Preis prämiert wurden: app2music – Appmusik- AGs an Berliner Schulen der Forschungsstelle Appmusik der Universität der Künste Berlin ermöglichte es beispielsweise Kindern und Jugendlichen, mithilfe von Smartphones und Tablet gemeinsam Lieder zu covern, eigene Stücke zu komponieren oder einfach zu improvisieren. Die Schule am Weserbogen hat in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Löhne das Projekt „Ausgeschlossen“ – Tatort Schule realisiert: Schülerinnen und Schüler setzten sich mit Mobbing und Ausgrenzung im Schulalltag auseinander, indem sie eine entsprechende Geschichte entwickelten und filmten. Im Media To Be-Projekt (Cyber-)MobbingAufgeklärt! Schüler der Stadt Cottbus klären auf haben Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen Kurzfilme zum Thema Cybermobbing gedreht. Im Fokus hatten sie dabei die Themen Toleranz- Erziehung und soziale Integration. Das Dieter Baacke Preis-Handbuch Bewegte Bilder – Bewegende Pädagogik behandelt damit ein aktuelles Thema, aus dem sich bereits neue Jugendkulturen entwickelt haben, welche für ein besseres Verständnis weiter untersucht werden sollten. Die Beiträge tasten sich dabei nicht nur vorsichtig an die neue jugendkulturelle Bewegung heran, sondern versuchen durchweg, ihr direkt auf den Grund zu gehen. Damit wurde eine nützliche Basis geschaffen, die das Herausgeberwerk zu einer – wenn auch seitentechnisch sehr übersichtlichen – Grundlagenliteratur macht.

    Anlässlich der zeitgemäßen Thematik der Publikation wäre es aber wünschenswert gewesen, weitere auch umfangreichere bzw. tiefergreifende Beiträge vorliegen zu haben, die bisher noch nicht berücksichtigte Aspekte miteinbeziehen. Das Herausgeberwerk eignet sich dennoch gut sowohl für (medien-)pädagogische Fachkräfte, die sich in ihrer praktischen Arbeit mit Bewegtbild auseinandersetzen, für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einschlägiger Fachrichtungen, die sich vorrangig mit Jugendkulturen beschäftigen als auch für Studierende der Medienpädagogik. Traditionsgemäß runden auch die Beschreibungen der ausgezeichneten medienpädagogischen Projekte die Publikation in besonderer Weise ab.

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    JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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