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Cornelia Pläsken: Social Media in der Box

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Zur Person

Little Big Social (2015). Starter Box Facebook für die Jugendarbeit BASIC. www.littlebigsocial.de, 49,00 €.

Der richtige Umgang mit Social Media ist nicht immer so einfach: Beispielsweise stellen ein richtiges Maß an Posts und sich ändernde (Privatsphäre-) Einstellungen immer wieder neue Herausforderungen dar. Für eine Nutzung, die über die Pflege eines persönlichen Profils hinausgeht, versucht Little Big Social Unterstützung zu leisten. Die Webseite, die von Daniel Wagner ins Leben gerufen wurde, bietet verschiedene Starter-Boxen an, die Anleitungen zum richtigen Umgang mit Social Media wie Facebook und Twitter für kleine Firmen oder Freiberuflerinnen und -berufler beinhalten. Tipps, Anregungen und Hinweise für den Einsatz im Geschäftsumfeld sowie ein hoher Praxisbezug werden versprochen. Die Boxen gibt es – je nach Bedarf – in drei verschiedenen Ausführungen: BASIC, PREMIUM und WOW! Exemplarisch wird die Starter Box Facebookfür die Jugendarbeit in der Ausführung BASIC unter die Lupe genommen, die in Zusammenarbeit mit dem Bezirksjugendring Niederbayern sowie Sozial- und Medienpädagoginnen und -pädagogen entwickelt wurde.

Der erste Eindruck

Die ansprechend gestaltete Box mit der Aufschrift „Mache aus deiner Firma eine Little Big Social Company“ macht neugierig. Im Inneren befinden sich 48 Karten im DIN-A5-Format aus festerem Material. Diese sind doppelseitig bedruckt und einzeln herausnehmbar. Mit viel Liebe zum Detail wurden sie farbig illustriert. Der Großteil der Karten besteht aus kurzen Anleitungen – How-Tos genannt –, die konkrete Einsatzmöglichkeiten beschreiben. Die Anleitungen sind in drei Kategorien unterteilt, die jeweils zehn How-Tos enthalten: Social How-Tos, Content How-Tos und Reach How-Tos. Jede Anleitung verfügt über drei Symbole, die auf den Zeitaufwand, die Komplexität und die Häufigkeit der Wiederholungen des jeweiligen Schritts hinweisen. Auf diese Weise ist es schnell ersichtlich, wie viel Zeit ein How-To in Anspruch nimmt und ob es sich um eine einmalige oder andauernde Aufgabenstellung handelt.

Die How-Tos

In der Kategorie Social How-Tos geht es darum, wie mithilfe von Facebook Beziehungen gepflegt werden können. Das Social How-To #1 sieht vor, eine Leitidee für die Facebook-Seite zu formulieren. Auf der Vorderseite der Karte sind das übergeordnete Ziel, die konkrete Aufgabe und die Symbolisierung bezüglich Zeitaufwand, Komplexität und Wiederholungsbedarf beschrieben. Auf der Rückseite befindet sich ein Linktipp, unter welchem weitere Hilfestellungen aufgelistet sind, als Ergänzung zu den abgedruckten Vorschlägen. Darunter wird in Form einer Aufzählung genauer erklärt, was mit der Leitidee gemeint ist und wie diese exemplarisch aussehen könnte. Die How-To-Karten sind übersichtlich, durchdacht und ansprechend gestaltet, sodass die praktische Anwendung einfach umzusetzen ist. Das Social How-To #3 befasst sich beispielsweise mit der Darstellung der eigenen Seite, genauer mit dem Profilbild sowie der Profil- bzw. Seitenbeschreibung. Die Empfehlungen gehen dabei weit hinaus über Tipps zu anschaulichen Profilbilder: Es werden beispielsweise wichtigen Hinweisen zur passenden Pixelzahl für ein Profil- und Titelbild geliefert; Details, die bei der praktischen Umsetzung schnell übersehen werden können. Die Content How-Tos befassen sich mit inhaltlichen Aspekten einer Facebook-Seite: Welche Inhalte eignen sich zum Posten? Wie erstellt man diese? Die Anleitungen reichen von der Bewerbung des nächsten Freizeitangebots über das Teilen von angesagten Videos bis hin zu authentischen Spontan-Posts. Es werden also neben offensichtlichen auch kreative, zeitgemäße Vorschläge gemacht, die Jugendliche ansprechen könnten. In der letzten Kategorie, den Reach How-Tos, geht es um das Erreichen von mehr Reichweite. Dafür werden das Markieren von anderen Personen oder Einrichtungen, das Experimentieren mit der Graph Search, getimte Beiträge für nach Feierabend oder das Aufgreifen aktueller Internettrends vorgeschlagen. Auch in diesem Bereich werden aktuelle Entwicklungen einbezogen und aufwändige, aber sinnvolle Methoden präsentiert.

Der Rückblick

Die Starter Box Facebook für die Jugendarbeit, die als eierlegende Wollmilchsau dargestellt wird, kann den geschürten Erwartungen äußerst gut standhalten. Die Box ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit von fachlich kompetenten Personen ein reflektiertes und durchdachtes Produkt hervorbringen kann. Der Grundgedanke der Box, nach der Bearbeitung aller Karten eine erfolgreiche Facebook-Seite zu besitzen, wird klar verfolgt. Dazu ist es aber nicht zwingend vorgesehen, wirklich alle Karten abzuarbeiten. Bereits in der Einleitung wird darauf hingewiesen, dass jede Einrichtung und damit auch jeder Internetauftritt individuelle Ansprüche hat – deshalb sei auch keine Einhaltung der vorgegebenen Karten-Reihenfolge von Nöten. Die versprochene Praxisorientierung zeigt sich in der Aufmachung der Box: Die relevanten Karten können einzeln entnommen und individuell sortiert werden. Auch die Angaben zu Zeitaufwand, Komplexität und Wiederholungen erscheinen realistisch und sehr hilfreich. Weiter erheben die How-Tos keinen Anspruch auf vollkommene Richtigkeit. Einleitend wird angemerkt, dass Authentizität in den Social Media sehr wichtig ist und deshalb die How-Tos auch auf einem anderen Weg als beschrieben angegangen werden können – ansonsten könne auch auf den Support zurückgegriffen werden, der laut eigenen Angaben schnell und unkompliziert Hilfe leistet. Die Starter Box Facebook für die Jugendarbeit eignet sich somit für alle Fachkräfte der Jugendarbeit, die eine neue Facebook-Seite für ihre Einrichtung erstellen oder eine bereits vorhandene Seite überarbeiten wollen. Aufgrund der Anregungen zum Umgang mit Daten werden aber gleichzeitig auch Privatpersonen angesprochen.

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Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
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