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Elisabeth Jäcklein-Kreis: Ahoi, da gibt‘s was auf die Ohren ...

    Zur Person

    Lüttner, Kai (2012). Achtung, Milchpiraten. Lesung für Kinder mit Bürger Lars Dietrich und Leon Seibel. 1 CD, Laufzeit ca. 75 Minuten. Der Audio Verlag.Lagerfeuer. Würstchen. Milch. Piratensongs. Die Milchpiraten haben ihren ersten Ferientag und alles ist bereit für die Piratenparty des Jahres in Brunos Garten. Eine Party, wie sie nur echte Abenteurer feiern können, die mit allen Wassern gewaschen sind! Ohne langweilige Erwachsene (die das Lagerfeuer nur wieder verbieten) und nervige Mädchen (iiih). Besser wäre es gewesen, sie hätten sie auch ohne Bubi gemacht. Der kleine Tollpatsch bringt es nämlich fertig, sich nicht nur im Haus, sondern dort auch noch im Bad einzusperren und beide Schlüssel hintereinander die Toilette runter zu spülen. Jetzt schallt nicht mehr Aaargh mit drei ‚a‘, sondern stattdessen ein eher verzagtes Hiiilfe mit drei ‚i‘ durch das Piratenhauptquartier und die tapferen Kielratten stehen erst vor zwei verschlossenen Türen, dann außerdem vor einem herausgebrochenen Türrahmen, einem zersplitterten Treppengeländer, einem vollgebluteten Teppich, einer großen Beule an Tetjes Kopf … und insgesamt vor allerlei Schlamassel. Was tun als echte Helden? Bruno knurrt und macht krasse Karatebewegungen. Swanni macht Fotos. Der Mater-Kater Erwin maunzt. Schlaubi denkt komplizierte Sachen. Birk putzt eins ums andere Mal seine Brille. Aber das bringt doch alles nichts! Wie Bubi aus dem Bad und die Kuh vom Eis kommen, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten – klar ist, die Piraten brauchen ihren ganzen Mut, Grips und ein Quäntchen Glück, um diese legendäre Party heil zu überstehen, aber am Ende ist alles in Butter bzw. Milch und die Jungs haben sich als echte Piraten bewiesen!

    Für alle Landratten, die nicht live dabei waren, gibt es die abenteuerliche Party zum Glück zum Nachhören, als Hörspiel. Bürger Lars Dietrich und Leon Seidel standen dafür vor den Mikros und bringen die Abenteuer von Oberpirat Matz und seinen Freunden nach Hause – Bürger Lars Dietrich als witziger, abenteuerlustiger Erzähler und Leon Seidel, der mit charmanter prä-stimmbruch-Stimme die Tagebucheinträge – pardon– das Freimaurer-Logbuch, Piraten-Pergament, die Abenteurer-Aufzeichnungen, Säbelwetzer-Erinnerungen, das Rabenschwarzen Schwarzbuch, die blutige Piratenkladde – nun ja – von Oberpirat Matz zum Besten gibt. 75 Minuten lang entführen die beiden Erzähler ihr Publikum auf die kleine, schweinsohrige (wie das Gebäck, nicht wie das Tier!) Insel Pong, wo Matz und seine Freunde ihre Abenteuer bestreiten. Diese Abenteuer sind zuallererst aus der Feder von Kai Lüttner geflossen – und, das sei als Schmankerl angemerkt, werden auf der CD von Lüttners etwa dreijährigem Sohn mit herzerweichender Krächzstimme angekündigt, die allein das Werk schon hörenswert macht. Und sie sind richtiger Abenteuer-Stoff für echte Milchbart- Helden. Charmante, nette, einzigartige Protagonisten, jeder mit seinen eigenen Stärken und Schwächen, ein großes Abenteuer, das gut genug ausgeht, um nicht zum Stoff für Albträume zu werden – für junge Zuhörerinnen und Zuhörer im Vorschul- oder jungen Grundschulalter bietet die CD viel zum Lachen und gebannt Lauschen, zum Mitfiebern und Identifizieren und zum Träumen von eigenen, piratenstarken Abenteuern.

    Gerade weil sich so viele Helden in Brunos Garten tummeln, die alle unterschiedlichere Persönlichkeiten nicht sein könnten, können die jüngsten Piraten- Fans sich gut eingliedern in die Bande und ihren eigenen Platz finden. Zwar sind 75 Minuten für die junge Zielgruppe eine recht lange Zeit, wenn man ruhig sitzen und lauschen muss – das wäre den Milchpiraten sicher allesamt zu langweilig! Aber das Abenteuer ist in 27 mundgerechte Häppchen aufgeteilt und bleibt so auch viele Abende lang spannend. Für junge Hörerinnen und Hörer, allein oder gemeinsam, zu Hause auf dem Sofa oder in der Kuschelecke im Kindergarten – die Geschichte ist kurzweilig, witzig und kindgerecht, hat keinerlei Pädagogischen Nimbus und bietet trotzdem so viel, was die Jüngsten brauchen, um ihre ‚Großwerd‘-Fragen zu behandeln.

    Identifikationsfiguren, Vorbilder, Spaß, ein Abenteuer in sicherer Umgebung … Wer die Milchpiraten nach der gemeinsam überstandenen Ferienparty ins Herz geschlossen hat, kann sie danach auch online besuchen ( www.diemilchpiraten.de ) oder mit ihnen oder ihren weiblichen Konterparts, der Mädelsbande Medels von der Insel Ping noch einige andere Abenteuer bestreiten – langweilig wird es mit den tapferen Gesellen bestimmt nicht. Was bleibt zu sagen? Klar: Aaargh! Mit drei ‚a‘.

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