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Rebekka Leimig: Rockstars brauchen doch kein Einmaleins!

    Zur Person

    Ein neues Schuljahr, ein neues Abenteuer für Ella und ihre Klassenkameradinnen und -kameraden. Vor allem Pekka hat es dieses Jahr gar nicht so leicht. Er muss das Einmaleins lernen, aber so recht will das nicht klappen. Aber eigentlich träumt er ja eh davon, ein berühmter Rockstar zu werden, dann hätte er einen Manager und müsste sich um nichts mehr kümmern – sein Problem wäre gelöst! Da hat er aber nicht mit seinem Lehrer gerechnet, der ihm damit droht, ihn nicht zu versetzen, wenn er das Einmaleins nicht lernt – so ein Spielverderber! Doch davon lassen sich die Kinder natürlich wenig beeindrucken. Während nun Ella und der Rest der kleinen Strolche versuchen, Pekkas Traum in die Tat umzusetzen, hat der große finnische Popstar Elvira, Pekkas Idol, ordentlich die Nase voll vom Rampenlicht, dem Verlust der Privatsphäre und den Auseinandersetzungen mit seinem Manger. Pekka aber kann sich nichts Tolleres vorstellen, als endlich berühmt zu werden und gemeinsam mit Elvira auf einer Bühne abzurocken. Und tatsächlich, durch ein großes Missverständnis steht für Pekka ein Konzert mit Elvira vor einem riesigen Publikum an. Dann muss Pekka ja nur noch singen und tanzen lernen und dann ist er ein großer Star!

    Doch zum Rockstar-Dasein braucht es weit mehr und bald merkt auch Pekka, dass berühmt sein nicht alles auf der Welt ist – viel wichtiger sind Freunde, die einen nie im Stich lassen und so mögen, wie man ist. Die bislang erschienenen elf Ella-Bände zählen in Deutschland zu den Bestsellern unter den Kinderbüchern. Kinderbuch-Autor Timo Parvelas kleine Heldinnen und Helden rund um Ella versuchen sich immer wieder mit eigenwilligen Ideen und mit Hilfe ihrer Fantasie in der Erwachsenenwelt durchzusetzen. So auch in Ella und der Superstar. Hier dreht sich alles um die Sehnsucht, einmal reich und berühmt zu sein und von allen bewundert zu werden. In einer Zeit, wo Deutschland sucht den Superstar und Voice of Germany den Superstar-Traum in die deutschen Wohnzimmer trägt, trifft der Film die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Die anfängliche tagträumerische Idee von Pekka findet natürlich gleich große Begeisterung bei seinen Freundinnen und Freunden – wer will denn kein berühmter Rockstar sein? So werden die kindlichen Träumereien wunderbar aus Kindersicht präsentiert: Pekka und seine Freundinnen und Freunde lassen sich nicht von der rationalen Erwachsenenwelt aufhalten und ihre Träume ausreden.

    Nichts ist unmöglich! Doch im Laufe der Handlung werden auch die Schattenseiten eines Superstar-Daseins am Beispiel des Popstars Elvira ausgeleuchtet. Denn das Musikgeschäft hat seine ganz eigenen Regeln, und die treffen nicht unbedingt auf die Vorstellungen des angehenden Rockstars Pekka zu. Und auch sein Freundkreis muss mit der Zeit schmerzlich erfahren, dass er sich durch das Musikgeschäft immer weiter von ihrem Pekka entfernt. Regisseur Marko Mäkilaakso setzt auf Action und Situationskomik, wobei junge Kinder voll auf ihre Kosten kommen. Etwa wann die „Rockstar-Bande“ in Anzug, Krawatte, sonnenbebrillt und in lässiger Slowmotion einen Banküberfall durchzieht. Oder die Traumsequenz, wenn Pekka mit schmieriger Tolle einen auf Elvis macht. Und für ordentliche Lacher sorgt natürlich auch mal wieder der sympathisch-chaotische Lehrer. Der Film ist passend für die anvisierte Zielgruppe – Kinder im Grundschulalter – inszeniert. Allerdings verzettelt sich der Regisseur ein wenig in überlangen Dialogsequenzen und metaphorischer Bildsprache, die Kinder inhaltlich manchmal eher überfordern. Allgemein wirkt diese zweite Verfilmung mit dem großen Happy-End etwas platter als der erfrischende erste Ella-Film Ella und das große Rennen. Trotzdem ist dem Regisseur ein wunderbarer Familienfilm über kindliche Träume und Sein und Schein der Popwelt, über Freundschaft und Zusammenhalt und den Versuch, Wünsche über alle Hindernisse hinweg in Erfüllung gehen zu lassen, gelungen.

    Ella und der Superstar

    Finnland (2013)Regie: Marko MäkilaaksoFSK: noch nicht geprüftKinostart: 12. Februar 2015

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    Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
    JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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