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Sigmar Roll: Medienpädagogik und Kinder- und Jugendschutz

    Zur Person

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    Interdisziplinärer Diskurs

    Medien vor 60 Jahren – Medien heute. Da ist vieles gleich geblieben und doch irgendwie alles ganz anders. Wir sind vernetzt, online und mobil, Medien sind immer und überall – und aus keinem Lebensbereich und keiner (humanwissenschaftlichen) Disziplin wegzudenken. merz, seit 60 Jahren Forum der Medienpädagogik, nimmt ihren Geburtstag zum Anlass, um dies im interdisziplinären Horizont zu erörtern. Wir fragten Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Disziplinen: Was macht den Mehrwert medienpädagogischer Forschung und Praxis in der zunehmend mediatisierten Gesellschaft aus?

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    Seit Medien Thema des Kinder- und Jugendschutzes sind, wird die Frage in den Raum gestellt, ob es nicht besser wäre, anstatt mit Mitteln der Aufsicht und Kontrolle mit originär pädagogischen Mitteln zum gefahrlosen Umgang mit Medien und deren Inhalten anzuleiten. Daraus ist nicht selten eine polemische Konfrontation der Ansätze entstanden, in denen ‚Idealistinnen und Idealisten‘ und ‚Hardliner‘ gegenübergestellt wurden. Auch nachdem der erzieherische Kinder- und Jugendschutz eigener gesetzlicher Regelungsinhalt (§ 14 SGB VIII) neben der Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) geworden war, ist ein entspanntes Verhältnis leider nicht eingetreten. Dabei gäbe es doch genügend Möglichkeiten, das je spezifische Potenzial der unterschiedlichen Ansätze als wertvolle Ergänzung bei der Förderung der Entwicklung der jungen Generation zu begreifen. Kann innerhalb der Jugendarbeit allgemeine Prävention erfolgen und den Interessen der jungen Menschen und ihrem Drang nach neuen Erfahrungen Raum gegeben werden, so ist der erzieherische Kinder- und Jugendschutz auf gefährdungsspezifische Prävention ausgerichtet und wendet sich dabei nicht nur an junge Menschen, sondern auch an Eltern und pädagogische Fachkräfte.

    Medienpädagogische Forschung beschränkt sich dabei glücklicherweise nicht allein darauf, Umstände und Interessen junger Menschen bei der Mediennutzung zu erheben oder die Nutzenden bei der Entdeckung des vielfältigen Nutzungsspektrums zu fördern, sondern ist an einer Weiterentwicklung des Umgangs mit Chancen und Risiken der Nutzung neuer Medien durch junge oder sogar sehr junge Userinnen und User interessiert. Andererseits ist sie aber nicht gefährdungsfixiert, so dass sie mit ihren Ergebnissen die Chance für einen fundierten Austausch der Akteurinnen und Akteure in den beiden Aufgabenfeldern bietet. Dass medienpädagogische Forschung auch in Zukunft den Spagat aushält, sich mit den Chancen der Mediennutzung und deren Vermittlung zu befassen, ohne bestehende Risiken zu negieren, kleinzureden oder als Forschungsinhalt zu vernachlässigen, ist aus meiner Sicht die zukunftsweisende Aufgabe.

    Sigmar Roll ist Richter in der Bayerischen Sozialgerichtsbarkeit. Nebenbei ist er tätig als juristischer Kommentator zum Kinder- und Jugendschutz und Mitglied der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM).

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