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Algorithmisierung und Autonomie im Diskurs – Perspektiven und Reflexionen auf die Logiken automatisierter Maschinen

Algorithmen bieten die Möglichkeit, unüberschaubare Datenmengen so zu ordnen, dass sie der menschlichen Interpretationsfähigkeit zugänglich werden. Sie wirken auf Basis digitaler Geräte verstärkt auf unseren Alltag ein und verändern die Grundlagen weltlicher Handlungs- und geistiger Urteilsfähigkeit. Allerdings entstehen Unklarheiten darüber, ob von Algorithmen erstellte Ordnungen noch kontrollierbar sind oder längst eine eigene Form der Kontrolle kreiert haben.

Infolge dieser Unklarheit versammelt der Sammelband Perspektiven und Reflexionen, die der „Logik der Maschinen“ und der „Macht der Algorithmen“ (Mason 2019, S. 242) gelten. Mit diesem Call for Papers sind interessierte Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftler aller Fachrichtungen zu einer Auseinandersetzung mit Themen aufgerufen, die Veränderungen tradierter individueller und kollektiver Ordnungen im Kontext algorithmischer Strukturen aufarbeiten und deren Bedeutung sowie Folgen für die Autonomie des Menschen diskutieren. Verfolgt wird die Idee, dass eine vollständige Einschätzung der Wirkungsweisen und -muster technischer Errungenschaften nur dann erfolgen kann, wenn sie die Frage nach menschlicher Freiheit miteinzubeziehen weiß.

Themenschwerpunkt der Beiträge können daher unter anderem sein:

  • Perspektiven, die die Rolle der Mensch-Technik-Beziehung fokussieren: Wird die menschliche Biologie zu einer posthumanen umgestaltet? Wird die maschinelle die biologische Intelligenz übertreffen? Wird der Mensch in seinem Denken, Lernen und kreativen Handeln von maschinellen Berechnungen abgelöst?
  • Analysen, die emanzipatorische Potenziale der datenbezogenen Berechnung der Welt betonen;
  • theoretische Reflexionen, die die Dialektik zwischen Autonomie und Heteronomie im Kontext des Algorithmischen aufarbeiten und dabei neue auftretende Strukturen skizzieren (neu geartete Fragen des Datenschutzes, Wettbewerb auf der Grundlage einer Verbesserung des Sozialen, asymmetrische Verteilung von Macht- und Teilhabestrukturen usw.);
  • Entwürfe, die den Glauben „an die Nützlichkeit von Informationen“ (Stalder 2016, S. 166) als Ideologie aufdecken;
  • innovative Ideen und Konzeptionen, die Autonomie im Hinblick auf den gegen-wärtig zu verzeichnenden technischen Fortschritt als normativen Begriff be-stärken oder in Frage stellen;
  • Beschreibungen ökonomischer, politischer, ethischer oder moralischer Dimensio-nen im Hinblick auf die algorithmische Umstrukturierung des Alltags.

Interessierte, die einen Beitrag zum Sammelband einreichen möchten (Länge der Beiträge: 10 bis 20 Seiten), werden gebeten, ein kurzes Abstract (max. 300 Wörter) an die E-Mail-Adresse Algorithmisierung-und-Autonomie@fernuni-hagen.de zu senden, um den inhaltlichen Schwerpunkt darzulegen. Eine Veröffentlichung ist fortwährend möglich – für eine Berücksichtigung des Beitrags zur ersten Veröffentlichungsrunde sollte jedoch ein Abstract bis zum 07. Oktober 2019 vorliegen.

Konkrete Hinweise zur inhaltlichen und formalen Gestaltung werden im Zuge der Rückmeldung übermittelt. Die Beiträge werden im Rahmen eines double-blind-Review-Verfahrens begutachtet.

Weitere Informationen finden Sie hier.


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Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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