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Jahrestagung der GfM 2020: Experimentieren

Das Thema Experimentieren steht im Fokus der Jahrestagung der GfM 2020. Unterteilt wird dabei in vier Themenbereiche:

  • Experimentieren in Medienwirklichkeiten
    Wissen und Nichtwissen sind im Experimentieren ineinander verschränkt und bringen einen eigenen Raum des Forschens hervor, dessen schöpferisches Potenzialimmer wieder neue Formen annimmt. Medien sind an der Herstellung dieser epistemische Anschließbarkeit und Überprüfbarkeit garantierenden Strukturen auf verschiedenen Ebenen beteiligt, tragen konstitutiv dazu bei, Wirklichkeit experimentell hervorzurufen und darüber Wissen zu produzieren.
  • Medien des Experiments, Experimente der Medien
    Die Experimentalpsychologie, die experimentelle Ästhetik und die (vor)technischen Medien des 19. Jahrhunderts machen in einer Weiterentwicklung deutlich, dass Medien nicht nur rigoroser Bestandteil der Wissensentstehung sind. Medien sind zugleich Experimentalanordnungen, die Wahrnehmungsfähigkeiten als historisch variable definierenund Wissen unter jene Bedingungen stellen, die sie selbst sind. Die Medien des Experiments gehen in den Experimenten der Medien auf .
  • Experimental Turn
    Was sich aus den beschriebenen Konstellationen schon ableiten und vor allem Mitte des 20. Jahrhunderts nachvollziehen lässt, ist eine über wissensherstellende Kontexte hinausgehende Expansion experimentaler Formen. Neben avantgardistischen Praktiken, wie sie im experimentellen Theater, in der experimentellen Musik und dem Experimentalfilm gefunden werden können, zeigen sich Versuchsanordnungen auchinnerhalb der Populärmedien, die ihre eigenen, aber auch macht-und soziopolitische, geschlechterbedingte und postkoloniale Grenzen austesten und so die gesamte Gesellschaft zum Labor werden lassen („Big Brother“, „Dschungelcamp“, „Deutschland sucht den Superstar“). Ab den 1960er-Jahren lässt sich von einem Experimental Turn sprechen. Theorien, Modellbildungen und Simulationen, wie sie z.B. durch den Wissenskomplex der Kybernetik vorgegeben sind, ästhetisch-künstlerische und dokumentarische Praktiken, die radikal Wirklichkeit befragen bzw. aus den Fugen bringen wollen, aber auch mediale Formen wie Video, Fernsehen oder das Computerspiel konstituieren auf politische wie spielerische Art und Weise den Testfall. Alle Lebensbereiche, so scheint es, erfahren durch populäre wie künstlerische Medieneine ‚Experimentalisierung‘.
  • Wissen und Erfahrung neu verhandeln
    Die mediale Praxis und Prozessualität des Experimentierens geht von einem epistemischen ‚Energiefeld‘ aus, das Wissen, Erfahrung und Wahrheit vervielfacht, so dass Wirklichkeit, anstatt vorgegeben, immer erst zum Aushandlungsprozess oder zur ontologischen Verschränkung (Karen Barad) wird. Dass diese Spielfelder zwar prominent in Wissenschaft und Kunst angesiedelt, aber weder räumlich noch ästhetisch oder diskursiv auf diese festgelegt sind, dient als Anregung für die Medienwissenschaft,alle Bereiche medial bedingten Handelns unter dem Blickwinkel des Experiments und der Experimentalisierung zu befragen. Als medial durchdrungen erscheint Wirklichkeit perzeptiv, epistemologisch und politisch instabil – und gerade deswegen auf Medien angewiesen. Vormals explizit avantgardistische Formen der Wirklichkeitsbefragung münden nicht zuletzt unter Vorzeichen des Digitalen in ubiquitäre, buchstäblich handliche Medienpraktiken, etwa in ‚Experimenten des Selbst‘ und Selbstdokumentationen. Dies lässt darauf schließen, dass gegenwärtig datenbasierte, mikrotemporale und räumlich verteilte Zirkulationsformen des Medialen, die die Fassbarkeit von Wirklichkeit implodieren lassen, weitergehende historische, analytische und theoretische – auf jeden Fall: experimentelle – Beobachtung und Befragung benötigen. Experimente fordern die Medienwissenschaft immer wieder neu heraus: Ohne Experimente keine Medien, ohne Medien kein Experiment.

Einreichung von Beiträgen

Es stehen verschiedene Panelformate zur Auswahl:

  • DISCUSS!
    Eingereicht wird eine Fragestellung, die von vier bis maximal sechs Personen auf einem Podium diskutiert wird.
  • OBSERVE!
    Grundlage des Panels ist die gemeinsame Arbeit an Materialien, die von den Organisatorinnen bzw. Organisatoren vorbereitet und mit bestimmten Fragestellungen zur gemeinsamen Betrachtung, Analyse und Diskussion gestellt werden.
  • EXCHANGE!
    In diesem Format steht der internationale und/oder interdisziplinäre Austausch im Mittelpunkt. Die Organisatorinnen bzw. Organisatoren können Forschende aus dem Ausland und/oder aus einem anderen Facheinladen. Gewünscht ist größtmögliche Internationalität und Interdisziplinarität.
  • TEAM UP!
    Für dieses Panelformat soll ein Thema eingereicht werden, das entlang von unterschiedlichen Fragestellungen bearbeitet wird (maximal vier). Die Organisatorinnen bzw. Organisatoren legen Thema und Fragestellungen fest, die im Vorfeld auf separaten Plakaten notiert werden.
  • RESENT!
    Für dieses Format können Einzelvorträge (deutsch/englisch) von maximal 20 Minuten Länge eingereicht werden. Das Organisationsteam der Tagung gruppiert die Einzelvorträge anschließend zu Panels. Die Moderation wird von einer Person aus dem Organisationsteam der Tagung übernommen.
  • IMPROVISE!
    Eingereicht werden können für dieses offene Format Ideen für Formate, die in den bisherigen fünf Optionen nicht genannt wurden. Gefragt ist inhaltliche und organisatorische Kreativität. Beispiele können das Ausprobieren neuer (oder das Festhalten an klassischen) Präsentationsformen sein, Vernetzungs- und Planungstreffen für zukünftige Publikationsprojekte oder Konferenzen, Gründungen neuer Initiativen und so weiter.

 

Hier können Sie den CfP downloaden.


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Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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