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Jugend, Musik und Film

Für die Tagung "Jugend, Musik und Film" vom 7. bis 9. November 2019 werden noch theoretische und/oder empirische Beiträge gesucht.

Wer sich aktuell mit der Frage nach den Spannungsfeldern zwischen Musik, Pop und Jugend auseinandersetzt, wird feststellen, dass vor allem in Musik(spiel)filmen, Musikdokumentationen und auch Musikvideos Jugend als soziale Gruppe, als kultureller Lebensstil und als Ort der Erinnerung eine herausragende Position innehat. So ergibt sich die Frage, wie das Filmische eigentlich in dem Verhältnis von Musik, Pop und Jugend positioniert ist und inwieweit es jugendliche/lebensaltersspezifische Identifikations- und Vergemeinschaftungsprozesse mitbestimmt und wie sich Jugend, Jugendkulturen und Musikkulturen auch im erinnerungskulturellen Diskurs filmisch/audiovisuell vermitteln.

Eine filmische Perspektive zwischen Pop und Musik und Jugend ist bisher aus der Forschung weitgehend ausgeklammert worden. So haben bspw. die Cultural Studies, die ja insbesondere ein subkulturelles Erkenntnisinteresse verfolgen, nicht systematisch nach den filmischen Repräsentationen von szenebildenden Musikfilm- und Bewegtbildproduktionen gefragt, obwohl diese Jugend- und Musikkulturen seit ihren Anfängen begleiten und prägen. Auch in neueren Popmusik- und Jugenddiskursen wird zwar auf die herausragende Bedeutung von Filmen und Bewegtbildern verwiesen, diese aber weder theoretisch noch empirisch weiter ausgearbeitet.

Dies möchte die dreitägige Tagung nun nachholen, wobei in diesem Zusammenhang insbesondere über zwei Genres, den Jugendfilm und den Musikfilm, diskutiert werden sollte. Wer über den Zusammenhang von Jugend, Musik und Pop nachdenkt, muss auch das Bewegtbild in seiner Bedeutung historisch, soziologisch und medien-kulturwissenschaftlich erörtern. So sollen der Musikfilm (und musikalische Bewegtbilder) und der Jugendfilm (Bewegtbilder von/über Jugendliche) in einem Schnittfeld zusammengedacht werden und – allgemein gesprochen – die Rolle von Jugend in Musikfilmen bzw. die Rolle von Musik in Jugendfilmen verhandelt werden. Daraus ergeben sich folgende exemplarische Fragen:

Historisch

  • Wie ist das Verhältnis von Jugend- und Musikkultur und Film generell zu veranschlagen?
  • Wie verändern sich die Gegenstände in einer historischen Perspektive?
  • Kann man aus einer historischen Herleitung der Filme ableiten, wie die Auffassung über Jugend ist? Wie lässt sich die Veränderung beschreiben? Wie lässt sich ein soziokultureller Wandel im Film feststellen?
  • Wie lässt sich in frauenhistorischer Perspektive auf die Produktion von Musikdokumentationen schauen? Welche Musikerinnen sind in der Produktionsgeschichte berücksichtigt worden?

Musik- und medienwissenschaftlich

  • Wie wird Musik inszeniert und wie verändert sich das vor dem Hintergrund medientechnischer Entwicklungen (Musikvideo und wie lässt sich das dann mit Jugend in Verbindung bringen)?
  • Welche Narrative des Jugendfilms mit Blick auf Musiklassen sich ausmachen? Welche Narrative des Musikfilms mit Blick explizit auf Jugend?
  • Wo finden sich neuere mediale Aneignungsprozesse etwa durch den Einsatz von Handys auf Konzerten?
  • Welcher genderspezifischen medialen Inszenierungsstrategien lassen sich für Jugend und Musikdokumentationen feststellen? Wie stehen sie im Verhältnis zu einer historisch eher männlich dominierten Musikgeschichtsschreibung? Sind der Jugendfilm und der Musikfilm grundsätzlich heteronormativ?

Soziologisch

  • Welche Rolle spielt Musik in Jugendfilmen und in welchem Zusammenhang steht diese zum jeweiligen Kontext?
  • Welche Rolle spielt Jugend in Musikfilmen und in welchem Zusammenhang stehen Bilder der Jugend zum jeweiligen Kontext?
  • Welche Rolle spielen Jugendfilme und Musikfilme im Horizont jugend-/kultur- und mediensoziologischer Fragen?
  • Wie stehen Jugendfilme und Musikfilme vor dem Hintergrund genderspezifscher Genrezuteilungen im Kontext performativer Genderpraktiken in soziologischer Hinsicht? Wird Musikgeschichte hier als eine männliche im Film dargestellt? Welche alternativen Lebensmodelle werden berücksichtigt?

Erwünscht sind theoretisch und/oder empirisch ausgerichtete Beiträge, die sich den aufgeworfenen Fragen mit einer historischen und/oder gegenwärtigen Perspektive stellen.

Die Tagung wird gemeinsam mit der Medienkulturforschung der Universität Düsseldorf (Kathrin Dreckmann), der Universität Siegen (Dagmar Hoffmann) und der Universität Hamburg (Carsten Heinze) durchgeführt. Sie ist eine Kooperation der Sektion Jugendsoziologie, der AG Filmsoziologie in der Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie der DGS und des 13. Unerhört Musikfilmfestivals in Hamburg.

Das Unerhört Musikfilmfestival wird das Tagungsprogramm begleiten und im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen Filme mit tagungsrelevanten Themen und Gästen bieten.

Beitragsvorschläge/Abstracts bitte bis zum 15. Februar 2019 senden an:

kathrin.dreckmann@gmail.com

dagmar.hoffmann@uni-siegen.de

carsten.heinze@wiso.uni-hamburg.de

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Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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