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merzWissenschaft-Call 2019: Meinungsbildung in sich wandelnden Öffentlichkeiten

Der Call wurde verlängert!

Neue Frist: 06.03.2019

Der öffentliche Diskurs ist in demokratischen Gesellschaften ein hohes Gut und seit Jahren bereits ein primär medialer. Die aktuellen Wandlungsprozesse der Medienlandschaft – gerade im Online-Bereich – werfen eine Reihe an Fragen zur Bedeutung von Medien für Prozesse der Meinungsbildung auf. Zu denken ist an netzspezifische Vergemeinschaftungsformen in interessens­homogenen Gruppen oder in Gruppen, die von stark polarisierenden Extrempositionen dominiert sind, an die Bedeutung von Filterblasen wie auch des Filterclashs, an alternative Fakten und Fake News und insbesondere mit Blick auf die Sozialen Netz­werkdienste an den Stellenwert von sogenannten Influencern, an den Einfluss von Informationsintermediären sowie den Einsatz von bildbasierten und audiovisuellen Botschaften beispielsweise Memes, Gifs und Videoclips... als Argumente im Diskurs.

Strukturell betrachtet treten neben journalistische Anbieter von Inhalten weitere Akteure. Entgegen der Hoffnungen auf eine Demokratisierung des öffentlichen Diskurses durch neue Teilhabemöglichkeiten aller potenziell informierten Bürgerinnen und Bürger, geben aktuell die Macht von Algorithmen und die Granulation des Nachrichtenkontakts Anlass zu fragen,

  • wie Prozesse der Meinungsbildung angesichts dieses strukturellen Wandels verlaufen,
  • welchen Akteurinnen und Akteuren dabei welche Rolle zukommt und
  • welche Bedeutung dies für den medialen Diskurs in demokratischen Gesellschaften hat.

Mit Beiträgen zu derartigen Fragen ist es unter anderem möglich, angemessene Ansatzpunkte für die Förderung notwendiger Kompetenzen bei Heranwachsenden aber auch bei Erwachsenen zu identifizieren sowie hilfreiche Rahmenbedingungen für die Meinungsbildung zu skizzieren.

merzWissenschaft 2019 will zu einem besseren Verständnis beitragen, welche Rolle der insbesondere durch das Internet dy­namisierte Medienwandel bei Prozessen der Meinungsbildung spielt. Hierfür scheint eine Auseinandersetzung mit folgenden Fokuspunkten, die jedoch nur eine Auswahl darstellen und teils auch Überschneidungen bergen, fruchtbar:

Fokuspunkt Akteure und Strukturen

  • Inwiefern kann mit der Vielfalt an Meinungen im Netz auch die Vielfalt der Meinungen in der Bevölkerung abgebildet und in einem öffentlichen Diskurs eingebracht werden?
  • Welche Herausforderungen zeichnen sich ab, beispielsweise hinsichtlich der Transparenz des Einflusses bestimmter Akteure, der Partikularisierung von Teilöffentlichkeiten oder des Zugangs zu Informationen wie auch Teilhabemöglichkeiten?
  • Welche Rolle spielen neue Akteure und Angebote im Internet für Meinungsbildungsprozesse? Zu denken ist an Algorithmen, Informationsintermediäre und Soziale Netzwerkdienste sowie an sogenannte Influencer inklusive der damit verbundenen Netzwerke etc.

Fokuspunkt Inhalte und Diskurse

  • Wie können inhaltliche Diskurse im Internet hinsichtlich ihrer Bedeutung für Prozesse der Meinungsbildung charakterisiert werden?
  • Welche (neuen) Strategien und Phänomene zeigen sich in aktuellen netzbasierten Diskursen? Auf welche spezifischen Ziele sind diese jeweils ausgerichtet?
  • Welche Bedeutung haben welche Arten von Argumenten und Darstellungsweisen in aktuellen Diskursen? Welche Verände­rungsprozesse sind hier zu beobachten (z. B. Fake News, Alternative Fakten, GIFs, Memes etc.)?
  • Welche Schlüsse können aus der Analyse von Verläufen und Argumentationsstrukturen mit Blick auf den Prozess der Mei­nungsbildung gezogen werden?

Fokuspunkt individuelle Prozesse der Meinungsbildung

  • Welche Bedeutung hat das Internet für Prozesse der Meinungsbildung in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen? Inwiefern spielen dabei Aspekte wie soziale Kontrolle, Formen der Vergemeinschaftung, Reflexion oder kritische Bewertung eine Rolle?
  • Inwiefern nutzen Individuen oder Gruppen die partizipativen Chancen der Beteiligung im Internet? Warum nutzen sie diese (nicht)?
  • Inwieweit durchschauen Individuen netzbasierte Informationen im Hinblick auf Quellen und Intentionen? Inwieweit können sie mediale Strukturen der Beteiligung einschätzen?
  • Welche Kompetenzen sind auf Seiten der Individuen notwendig, um mit Informations- und Deutungsangeboten der Vielfalt an Akteuren produktiv umgehen zu können? Welche Herausforderungen stellen sich diesbezüglich?

merzWissenschaft bietet ein Forum, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung in der Medienpädagogik zu fördern und die theoretische Fundierung der Disziplin weiterzutreiben. Hierzu werden qualifizierte Beiträge aus verschiedenen einschlägigen Disziplinen (darunter medienpädagogische, kommunikationswissenschaftliche, (entwicklungs-)psychologische, rechtliche oder philosophische Perspektiven), gerne auch aus einem interdisziplinären Blickwinkel, zur Weiterentwicklung der medienpädago­gischen Fachdiskussionen eingeladen.

Erwünscht sind Originalbeiträge, die empirisch oder theoretisch fundiert sind, neue Erkenntnisse, Aspekte oder Zugänge zum Thema aufzeigen und dabei explizit Bezug zu einem der skizzierten Fokuspunkte oder einer Fragestellung haben bzw. eine eigene Fragestellung im Gesamtkontext des Calls konturieren.

Abstracts mit einem Umfang von max. 6.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) können bis zum 18. Februar 2019 bei der merz-Redak­tion (merz@jff.de) eingereicht werden. Formal sollen sich die Beiträge an den Layoutvorgaben von merzWissenschaft  orientie­ren. Der Umfang der Beiträge sollte eine max. Zeichenzahl von ca. 35.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Susanne Eggert, fon +49.89.68989.152, E-Mail: susanne.eggert@jff.de

ACHTUNG: Die Einreichfrist ist bis zum 06.03.2019 verlängert worden!

Termine im Überblick

  • 18. Februar 2019: Abgabe der Abstracts an merz@jff.de
  • 01. März 2019: Entscheidung über Annahme/Ablehnung der Abstracts
  • 07. Juni 2019: Abgabe der Beiträge
  • 10. Juni bis 22. Juli 2019: Begutachtungsphase (Doppelblind Peer-Review)
  • August/September 2019: Überarbeitungsphase (ggf. mehrstufig)

Verantwortliche Fachredaktion: Redaktion merzWissenschaft (JFF)

Ein PDF des Calls finden Sie hier.


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Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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