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Digitalisierte Massenkommunikation und Verantwortung Politik, Ökonomik und Ethik von Plattformen

Der Ruf nach verstärkter Regulierung der Kommunikation auf und Aktivitäten von Plattformen wird in Wissenschaft und Praxis lauter, was angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre erklärbar ist: Filterblasen und Echokammern können Einfluss nehmen auf unsere Wertvorstellungen und politischen Wahlentscheidungen (Bsp. Verschwörungstheorien; US-Wahlen); Algorithmen können unsere Daten zur gezielten Werbeansprache nutzen (Zweig et al. 2017) oder unser Verhalten im Sinne einer Anpassung an Ziele, die im Algorithmus angelegt sind, beeinflussen (Bsp. Amazon-Kaufoptionen, Social Credit System in China, AMS-Algorithmus in Österreich; Kostka 2019). Dass Plattformen gute ökonomische Gründe für ihre Geschäftsmodelle haben, begründet sich durch ihre hohen Reichweiten und damit verbundenen Netzwerkeffekten und Skalenökonomien, niedrigen Transaktionskosten oder starken lock-in Effekten (Cunningham et al. 2015).

Daraus ergeben sich soziale, politische, wirtschaftliche und ethische Fragen bezogen auf - gesellschaftliche Auswirkungen, Aufgaben der Medienpolitik, Probleme der Marktkonzentration auf digitalen Plattformmärkten, der Verantwortung von Plattformen für ihre Geschäftsmodelle und negative Auswirkungen der von ihnen ermöglichten Kommunikationsformen sowie notwendig werdende Folgenabschätzungen für freiheitliche Demokratien, insbesondere für vulnerable Gruppen.

Die Jahrestagung der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik der Deutschen Gesellschaft für Publizisitik und Kommunikationswissenschaften e.V., die vom 16. bis 17. Februar 2023 in Pölten stattfinden soll, möchte sich diesen und weiterführenden Fragen annehmen und sowohl Herausforderungen der Regulierung von digitalen Plattformen und deren Geschäftsmodelle als auch Verantwortungsmodelle für Medienpolitik und Technologie- und Medienunternehmen der Plattformökonomie diskutieren. 

Erwünscht sind vor allem theoretische oder empirische Beiträge, die auf unterschiedlichen Ebenen und idealerweise mittels interdisziplinärer Zugänge Antworten auf folgende Fragen suchen:

  1. Gesellschaftliche Fragen: Welchen Stellenwert haben Pressefreiheit, wirtschaftliche Freiheiten und Meinungsfreiheit bei erhöhtem Aufkommen von Verschwörungstheorien, Fake News und Hate Speech auf Plattformen?
  2. Politische Fragen: Können und sollen digitale Plattformen vermehrt reguliert werden und wenn ja, soll der Schwerpunkt auf Fremd-, Ko- oder Selbstregulierung liegen?
  3. Wirtschaftlich orientierte Fragen: Welche Anreizsysteme schaffen die angesprochenen Regulierungsformen für Plattformen, nicht nur aus rein ökonomischer, sondern aus wirtschaftsethischer Sicht (Litschka/Pellegrini 2019)? Wo kann die immer stärkere Konzentration auf Medienmärkten Informationsvielfalt behindern und wie kann/soll man sie einschränken?
  4. Philosophisch orientierte Fragen: Wie können wir die konkrete Verantwortung von Plattformen, deren Manager:innen oder ganzen Branchen für deren Geschäftsmodelle und mögliche negative Auswirkungen der dort stattfinden Kommunikationsformen definieren?
  5. Pädagogische Fragen: welche Medienkompetenz(en) würde hinsichtlich der genannten ethischen Fragestellungen bei der Nutzung digitaler Plattformen helfen, bzw. wann, wie und wo müsste eine solche erworben werden und wo liegt die konkrete Verantwortung für deren Erwerb bzw. deren Vermittlung?

 

Aussagekräftige Extended Abstracts (max. 4.000 Zeichen exklusive eines Literaturverzeichnisses) mit konkretem Bezug zum Thema der diesjährigen Tagung werden bis zum 15. September 2022 an die folgende Adresse erbeten: dgpuk@fhstp.ac.at.

 

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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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