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Forschungssynthesen in der Mediendidaktik. Ansätze und Herausforderungen

Systematische Übersichtsarbeiten und Forschungssynthesen gewinnen in der Mediendidaktik – und vor allem auch in der englischsprachigen Forschung zu ‚Educational Technology‛ – zunehmend an Bedeutung. Sie stellen einen Ansatz dar, bestehende Forschung zusammenzufassen, Ergebnisse zu aggregieren und über Einzelstudien hinweg zusammenfassende Aussagen treffen zu können. Mittels unterschiedlich gearteter Reviews ist es möglich, Forschungsfelder zu umreissen, Forschungslücken aufzudecken und den Stand der Forschung zu einem bestimmten Zeitpunkt festzuhalten (z. B. Bond et al. 2021).

Auch in von Förderlinien werden Forschungssynthesen immer öfter genannt (Bundesministerium für Bildung und Forschung 2016; Wilmers et al. 2021; Wilmers et al. 2020). Hierbei ist der Gedanke leitend, vorhandenes Wissen zu verdichten, evidenzbasierte Entscheidungen zu unterstützen und Wissen leichter in die Bildungspraxis und -politik zu transferieren. Forschungssynthesen im Verständnis von Systematic Reviews stammen in ihrer Idee und Methodik ursprünglich aus der medizinischen und pharmakologischen Forschung der 1970er-Jahre und wurden in den 1990er-Jahren für den Bereich der ‚Public Policy‛ aufgegriffen (Oakley et al. 2005). Aus dieser disziplinären Verortung heraus ergeben sich Fragen nach der Eignung und Übertragbarkeit dieser Methode auf den Bereich der Medienpädagogik und erziehungswissenschaftlicher Forschung insgesamt. Kontextgebundenheit und lokale Verwobenheit (Berliner 2002) stellen vor diesem Hintergrund besondere Anforderungen und auch Grenzen für Forschungssynthesen da.

Theoretische Konstrukte in der Erziehungswissenschaft lassen sich häufig weder analytisch trennscharf und erschöpfend durch eine Suche finden, noch liegen ihnen vergleichbare Messinstrumente bzw. Operationalisierungen zugrunde (Buntins et al. 2021; Henrie et al. 2015). Auch werden vergleichbare Konstrukte in verschiedenen Fachdisziplinen und Weltregionen anders benannt (Berliner 2002; Buntins et al. 2018; Mayrberger und Kumar 2014). Für diese Probleme und weitere feldspezifische Besonderheiten braucht es Lösungen, um das Potenzial von Forschungssynthesen in erziehungswissenschaftlichen – und hier vor allem auch medienpädagogischen und mediendidaktischen – Kontexten realisieren zu können.

Das Themenheft der Fachzeitschrift MedienPädagogik zielt auf Beiträge ab, die Forschungssynthesen zu medienpädagogischen oder mediendidaktischen Fragestellungen vorstellen und unter methodischen/methodologischen Perspektiven kritisch hinterfragen. Gewünscht sind Beiträge, die Ergebnisse von Forschungssynthesen mit quantitativen oder qualitativen Verfahren berichten und dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Ansätze und ihre Herausforderungen herausarbeiten. Ebenfalls erwünscht sind allgemeinere Beiträge, die sich grundsätzlicher (unabhängig von einem spezifischen Review) mit Forschungssynthesen mit einem Fokus auf medienpädagogische/mediendidaktische Fragestellungen beschäftigen. Mögliche Fragestellungen wären etwa:

  • Wie sind Forschungssynthesen anzulegen, um Forschung (international) angemessen zu aggregieren?
  • Inwieweit unterscheiden sich unterschiedliche Ansätze von Forschungssynthesen und wie sind sie zu bewerten mit Blick auf medienpädagogisch/ -didaktische Forschungsfragen?
  • Inwieweit sind (welche?) Synthesen geeignete Ansätze in einem stark kontextabhängigen Feld, wie dem Bildungsbereich (mit digitalen Medien)?
  • Wie können Forschungssynthesen beitragen, um einen researcher practitioner gap zu verringern?
  • Wie können Reviews zur Theoriebildung beitragen?
  • Wie können unterschiedliche nationale und internationale Befunde identifiziert und berücksichtigen werden? Lassen sich unterschiedliche Forschungstraditionen und Begrifflichkeiten aufzeigen?

 

Die Fachzeitschrift lädt Wissenschaftler*innen, Bil­dungs­prak­tiker*innen und Medienpädagog*innen ein, Abstracts von bis zu 800 Wörtern bis zum 31. Mai 2022 in elektronischer Form unter https://www.medienpaed.com/about/submissions einzureichen.

Bei den eingereichten Artikeln in Deutsch oder Englisch muss es sich um Originalbeiträge beziehungsweise Erstveröffentlichungen handeln. Wissenschaftliche Beiträge sollten 40.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, ohne Abstract und Literaturverzeichnis) umfassen. Ein Abstract von 150–200 Wörtern fasst die zentralen Aussagen und Ergebnisse kurz zusammen.

 

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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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