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Zeitgemäße Methoden der Kinder- und Jugendmedienforschung (2 FRISTEN)

Die Kinder- und Jugendmedienforschung kann auf eine lange Tradition und vielfältige Erfahrungen zurückblicken. Gleichzeitig geht die tiefgreifende Mediatisierung mit veränderten Anforderungen und neuen Herausforderungen für die Medienforschung einher, um sowohl die digitalen Medienangebote als auch deren Nutzung, Aneignung und Wirkung möglichst umfassend zu analysieren. Unter anderem erschwert es die zunehmend individualisierte, personalisierte und mobile Nutzung digitaler Medien, Nutzungspraktiken umfassend sowie differenziert zu erfassen und zu vergleichen. Klassische Instrumente der Medienforschung stossen angesichts der Komplexität, Vielfältigkeit und Dynamik des Gegenstandes an Grenzen, insbesondere wenn es um Medienpraktiken junger Nutzer:innen geht. Vereinzelt werden bereits Methoden zur Erfassung verhaltensbezogener Daten verwendet, die über das zeitliche Ausmaß und die Vielfalt der genutzten Anwendungen Auskunft geben, jedoch keine Aussagen über Motivationen, Nutzungsarten und Kompetenzerwerb erlauben. Gleichzeitig bietet das offene, globale Netz scheinbar weitreichende Möglichkeiten nutzungsbegleitender Forschung, über die sich besser denn je valide Verhaltensdaten generieren ließen.

Der digitalen Kinder- und Jugendmedienforschung stellen sich diesbezüglich substanzielle forschungsethische und datenschutzrechtliche Fragestellungen:

  • (Wie) Lassen sich frei zugängliche Nutzungsdaten von sehr jungen Nutzer:innengruppen erheben, ohne die Grundsätze der Freiwilligkeit, der Informiertheit und des Kinder- und Jugendschutzes zu verletzen?
  • Gibt es rechtskonforme, ethisch unbedenkliche Feldzugänge, die überdies von den Kindern und Jugendlichen akzeptiert, bestenfalls sogar aktiv nachgefragt werden?

Nicht nur aufgrund der (vor)rechtlichen Diskussion sind bei Heranwachsenden die Erziehungsberechtigten immer noch die zentrale Informationsquelle. Allerdings stellt sich auch hier angesichts der Verlagerung der Mediennutzung auf digitale, mobile Endgeräte zunehmend die Frage, wie zuverlässig erziehungsberechtigte Personen noch über die Medienpraktiken ihrer Kinder Auskunft geben können. Kombinierte Erhebungen von Eltern und Kindern bergen zudem die Herausforderung, unterschiedliche Perspektiven in die Analyse einbeziehen zu müssen. In Studien mit jüngeren Nutzer:innengruppen zeigt sich immer wieder sehr deutlich, dass Kinder und Jugendliche von vielen Phänomenen ein anderes Verständnis haben oder diese anders wahrnehmen, was Unterschiede in den Befunden und deren Interpretation nach sich ziehen kann. Vielfach fehlt es auch an erprobten (kindgerechten) Instrumenten, sodass die Ergebnisse nicht immer miteinander vergleichbar sind.

Das Themenheft soll dazu einladen, sich –  vor dem Hintergrund sich wandelnder Mediennutzungspraktiken von Kindern und Jugendlichen – mit methodischen Ansätzen und Herausforderungen der Kindermedienforschung zu befassen. Die nachfolgende Liste an Themen kann hierbei als Anregung dienen. Wichtig ist, dass der methodische Ansatz bzw. die Umsetzung und Reflexion im Vordergrund steht:

– Angebotsanalysen: Analyse dynamischer und plattformübergreifender Angebote

– Nutzungs- und Wirkungsstudien: Veränderte Anforderungen an die Datenerhebung (z.B. im Kontext von Online-Erhebungen); altersangemessene Methoden und Instrumentarien; geeignete und bewährte Analysemethoden; methodische Zugänge zu Verhaltensdaten

– Langzeitstudien: Anforderungen und Hürden bei der Umsetzung

– Medienpädagogische Praxis- und Evaluationsforschung

– Methoden-Triangulation: Sinnhaftigkeit, Nutzen, Schwierigkeiten

– Verfügbare und erprobte Skalen sowie Instrumente

– (Forschungs-)Ethische Fragen im Kontext von Untersuchungen mit Minderjährigen (u.a. Thema Ethikvoten, Informed consent)

– Partizipative Forschungsansätze in der Medienforschung mit Kindern

– Forschungsdatenmanagement, Verfügbarmachung von Open Data, Zweitverwertung

 

Hinweise zur Einreichung

Zu diesem Call sind zum einen Autor*innen eingeladen, deren Beiträge auf Einreichungen zur Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe Medienpädagogik im Oktober 2022 aufbauen. Die Referent:innen der Tagung sind eingeladen, ihre Volltexte bis 31. März 2023 hier einzureichen: www.medienpaed.com/about/submissions.

Zum anderen möchten wir auch weitere Interessierte einladen, die nicht an der Tagung teilgenommen haben, aber einen methodisch orientierten Beitrag einreichen möchten. Jene möchten wir bitten, zunächst ein Abstract im Umfang von ein bis zwei Seiten Umfang bis zum 15. Januar 2023 an www.medienpaed.com/about/submissions einzureichen.

Die Volltexte sollten max. 40.000 Zeichen umfassen (inkl. Leerzeichen, ohne Abstract und Literaturverzeichnis) und sich an den Hinweisen zur Manuskripteingabe orientieren. Bei den eingereichten Texten muss es sich um Originalbeiträge beziehungsweise Erstveröffentlichungen handeln. Ein Abstract von 150–200 Wörtern fasst die zentralen Aussagen und Ergebnisse kurz zusammen. Sowohl Titel als auch Abstract des Beitrags müssen in deutscher und englischer Sprache vorliegen. Die Beiträge werden im Peer-Review durch jeweils zwei Expert*innen begutachtet. Sofern keine (grundlegenden) Überarbeitungen notwendig sind, können die Texte zeitnah nach Annahme veröffentlicht werden.


Herausgeber*innen

Bei eventuellen Rückfragen melden Sie sich gerne per Mail an medpaed2022@leibniz-hbi.de oder bei den Herausgeber*innen:
– Claudia Lampert (Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, HBI)
– Paulina Domdey (Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, HBI)
– Kira Thiel (Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut, HBI)
– Fabian Wiedel (Universität Passau)
– Ada Fehr (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF)
– Jessica Kühn (Ludwig-Maximilians-Universität München)


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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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