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Eindrücke von der wissenschaftlichen Jahrestagung des Deutschen Jugendinstituts e.V. (DJI)

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist keine Selbstverständlichkeit. Dies betrifft sowohl das physische wie auch das psychische Wohlbefinden. So wurde die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen unter anderem durch die Krise der Corona-Pandemie und ihre Konsequenzen beeinflusst. Soziale Ungleichheiten verschärften sich. Die wissenschaftliche Jahrestagung des DJI  fand in diesem Jahr zum Thema Gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen vom 8. bis 9. November statt. Sie befasste sich mit den Risiken, welche Kinder und Jugendlichen bei dem Heranwachsen begegnen sowie mit geeigneten Fördermöglichkeiten für Familien. Hierzu fanden sieben verschiedene Sessions von unterschiedlichen Wissenschaftler*innen statt. Es wurden beispielsweise Themen wie Armut und Gesundheit, Cybermobbing und Bildung behandelt. Aufgrund dessen konnte das Thema Gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen nicht nuraus verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkeln betrachtet werden, sondern es konnten auch unterschiedliche Forschungsinhalte präsentiert werden. Teilnehmenden hatten dieses Jahr erstmalig wieder die Möglichkeit nicht nur online, sondern auch vor Ort in Berlin den spannenden Forschungsprojekten und -ergebnissen zuzuhören. Für die Online-Teilnehmende war es möglich, die unterschiedlichen Sessions live zu streamen.

Im Rahmen der Veranstaltung waren für merz derEröffnungsvortrag und die Session: Belastungen im Internet von besonderem Interesse. Die Eindrücke und inhaltlichen Schwerpunkte dieser Sessions werden im Folgenden vorgestellt:

 

Begrüßung und Eröffnungsvortrag

Der Auftakt der wissenschaftlichen Jahrestagung startete mit der Begrüßung und Eröffnungsrede von Prof. Dr. Sabine Walper (Direktorin des DJI). Sie vermittelte einen Überblick über das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Krisenzeiten. Sie eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „Gesundheit ist eines der zentralen und vieler nachhaltiger Entwicklungen, welche die UN ausformuliert hat.“ Darauffolgend wurde das Thema Gesundheit aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet, indem der Begriff definiert und Studien vorgestellt wurden, wie beispielsweise eine Studie der Deutschen Angesteltlen Krankenkasse (DAK). So zeigt der Kinder- und Jugendreport 2022 der DAK, dass psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zugenommen haben. Auch wurden Studien bezüglich der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zeiten der Pandemie präsentiert, wie die Studie DJI-Studie ,Kind sein in Zeiten von Corona. Zu Abschluss des Vortrags stellte Walper Präventionsmaßnahmen gegen Risikofaktoren in Familien vor. Diese seien beispielsweise Armut und Einkommensverluste. Hierbei sei es anderem wichtig, dass der Kumulation von Armut entgegengewirkt werde. Es solle sich etwas in Familien verändern.

 

Belastungen im Internet

In der Session mit dem Titel Belastungen im Internet trugen insgesamt drei verschiedene Wissenschaftler*innen ihre Themen und Inhalte rund um das Thema Belastungen im Internet vor. Zu Beginn erläuterte Dr. Anna Buschmeyer (Institutionsleitung DJI) in ihrem Vortrag Belastung durch Entgrenzung ein Projekt, welches sie an der HAM Lippstadt durchgeführt hat. Hierzu wurden die Studienergebnissen bezüglich Sorgearbeit und Entgrenzung vorgestellt, welches am Beispiel der Corona-Pandemie untersucht wurde. Dr. Buschmeyer hob hervor, dass Familien für stressige Situationen Institutionen benötigen, welche sie unterstützen können sowie, dass Möglichkeit gefördert werden solle, ungestört Homeoffice auszuüben.  

Im zweiten Vortrag Cybermobbing und dessen Bedeutung für die Gesundheit von Jugendlichen stellte Dr. Bettina Grüne (Mitwirkende bei der DJI Jugend und Jugendhilfe) unter anderem die Merkmale von Cybermobbing  und den wissenschaftlichen Zusammenhang von Cybermobbing und Gesundheit vor.

Nach Grüne sei es bei der wissenschaftlichen Untersuchung von Gesundheit wichtig, den Zusammenhang von Cybermobbing und Mobbing nicht aus den Augen zu verlieren. Grüne betonte, dass die Kombination aus traditionellem Mobbing und Cybermobbing die schlimmste Form sei. Bezüglich Corona bestehe allerdings Unsicherheit, ob es einen Anstieg an Cybermobbing gegeben habe. Dennoch sei es wichtig, sich gegen Cybermobbing zu wehren. Familie und Freund*innen können hierbei den Weg zu professioneller Hilfe bereiten.

Der dritte Vortrag stammte aus der Fachpraxis. Hier berichtete Dana Mundt (Diplom-Sozialpädagogin Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.,BKE ) über die Online-Beratungsstelle des BKE sowie die dort wahrgenommenen Veränderungen anlässlich der Corona-Pandemie. So gab  Mundt zunächst einen Überblick über das Online-Angebot des BKEs. Dieses ermöglicht sowohl Eltern als auch Kindern/ Jugendlichen bis 21 Jahren eine kostenlose Online-Beratung. Mit Hilfe der Online-Beratung kann sich rund um die Uhr anonym an Expert*innen gewendet werden. Nach den Worten Mundts, mache es die anonyme Online-Beratung leichter über schambesetzte und tabuisierte Themen zu reden. Gerade in Zeiten der Pandemie sei es mitunter schwer, dass gewisse Dinge angesprochen werden. Beim Vergleich der Nutzendenzahlen von 2018/2019 und 2021 wird deutlich, dass die Zahlen der Nutzenden des Online-Angebots angestiegen sind. Bei Jugendlichen und Eltern werden unterschiedliche Themenschwerpunkte in der Mailberatung erkennbar. Während Eltern häufig unter anderem wegen Erziehungsunsicherheiten, aber auch Trennung, Scheidung und Umgang die Mailberatung kontaktierten, beschäftigten Jugendliche beispielsweise Themen wie Ängste, Beziehungsstörungen und suizidale Tendenzen. Trotz des kostenlosen Angebots hob Mund hervor, dass die Online-Beratung auch Grenzen habe. So können keine Diagnosen gestellt, wohl aber Therapien vermittelt werden. Sie führte fort, dass die Online-Beratung „als Brücke“ gesehen werden könne, um im Hintergrund Brücken zu weiterer professioneller Hilfe zu schlagen.

 

Resümee und Ausblick

Abschließend wird deutlich, dass sich die wissenschaftliche Jahrestagung des DJs durch ein vielfältiges Programm auszeichnete und aufgrund der verschiedenen Vorträge ein guter Überblick über Gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen gewonnen werdenkonnte. Es kann geschlussfolgert werden, dass hierbei auch der Einfluss von Medien bedeutsam ist, da zum Beispiel Cybermobbing über diese stattfindet. Die Forschungsergebnisse zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass diese professionelle Unterstützung benötigen. Doch auch Eltern dürfen bei der Sorgearbeit um ihre Kinder nicht alleine gelassen werden. Hier können die Worte von Walper auch als Appell verstanden werden: „Viele junge Menschen und ihre Eltern haben in den letzten Jahren stark unter den Einschränkungen der Pandemie gelitten. Deshalb gilt es nun, das Thema psychische Gesundheit in allen Bildungsangeboten aufzugreifen ­– in den Kitas, in den Schulen und auch in der Kinder- und Jugendhilfe.“

 

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN ZUM DJI

DJI STUDIE –  KIND SEIN IN ZEITEN VON CORONA

DAK – KINDER UND JUGENDREPORT 2022

 

Judith Bittner


Diese Meldung basiert auf eigenen Eindrücken und den uns zur Verfügung gestellten Presseunterlagen des DJI.

Header und Teaserbild: Canva


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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
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