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Studie 'Geschlechterdarstellungen und Diversität in Streaming- und SVOD-Angeboten'

Die Studie ‚Geschlechterdarstellungen und Diversität in Streaming- und SVOD-Angeboten', die vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock durchgeführt wurde, zeigt, dass Frauen sowohl im linearen TV-Programm als auch in Streaming-Serien unterrepräsentiert sind. Fraglich ist, welche Geschlechter- und Rollenbilder sich in Serien von Streaming-Anbietern auf dem deutschen Markt zeigen. An der Förderung der Studie waren die Film- und Medienstiftung NRW, die MaLisa Stiftung und das ZDF beteiligt.

Dabei wird in der Studie Folgendes festgestellt: „Auch Streaming-Serien spiegeln nicht die Gesellschaft wider: Frauen sind weniger vielfältig dargestellt als Männer. Sie kommen seltener vor, sind jünger, schlanker und nur in bestimmten Berufen zu sehen. Nicht-binäre und Figuren mit anderen Geschlechtsidentitäten tauchen so gut wie gar nicht auf. Und was die Sichtbarkeit ethnischer Vielfalt betrifft, dominiert die jeweilige Mehrheitsbevölkerung.“ So kommen auf eine Frauenfigur sowohl im linearen TV-Programm als auch in deutschen Streaming-Serien circa zwei Männer. Ihr Anteil in deutschen Produktionen liegt bei nur 35 Prozent. Global liegt der Durchschnittswert für Produktionen mit einer weiblichen Hauptrolle bei 42 Prozent. Nicht-binäre und Personen mit anderen Geschlechtsidentitäten spielen mit nur 0,5 Prozent beinahe gar keine Rolle. Die Vielfalt von Frauenfiguren in Streaming-Angeboten ist ebenfalls eingeschränkt. Die dargestellten Frauen sind überwiegend jung, haben genormte schlanke Körper und werden seltener homosexuell dargestellt als Männer. In Streaming-Angeboten werden sie entlang tradierter Geschlechterbilder besetzt, insbesondere in Romantik-Formaten (49 Prozent) und in Berufen, die ihre emotionale Kompetenz betonen. 

Die untersuchten Streaming-Angebote zeigen im Durchschnitt vielfältigere sexuelle Lebensentwürfe: Neun Prozent der dargestellten Figuren sind homosexuell, bisexuell oder queer. Auch in Bezug auf die ethnische Zuschreibung sind die untersuchten Streaming-Angebote insgesamt divers. In nationalen Kontexten überwiegt jedoch die Sichtbarkeit der Mehrheitsbevölkerung. Im internationalen Durchschnitt sind 63 Prozent der zentralen Rollen von Personen mit weißer Hautfarbe besetzt. In deutschen Produktionen trifft dies auf 89 Prozent zu. 

Insgesamt waren knapp 200 Serien von Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime, Sky und TNT Deutschland, die zwischen Januar 2012 und Juli 2019 auf den Plattformen veröffentlicht wurden, Teil der Untersuchung. Dabei handelte es sich sowohl um deutsche als auch um Produktionen aus anderen Ländern. 

Die Pressemitteilung zur Studie ist auf der Website der MaLisa Stiftung abrufbar. Die vollständigen Ergebnissefinden Sie hier

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Headerbild: ID27707 | Pixabay

Teaserbild: skeeze | Pixabay

 


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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
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