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ARD-ZDF-Onlinestudie

Bewegtbildnutzung gewinnt an Fahrt

Die Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland sowie der Umgang der Nutzenden mit den Angeboten bilden seit 1997 die zentralen Fragestellungen der ARD/ZDF-Onlinestudien. Ziel ist es, innerhalb der Komplexität der Medien die großen Linien der Nutzung des Internets zu beschreiben.

Alltägliche Internetnutzung

Wie im Vorjahr zählen rund 90 Prozent zu den Onlinerinnen und Onlinern, Zuwächse gibt es nur noch in einigen Bevölkerungsgruppen, wie bei den 60- bis 69-Jährigen (+5 %-Punkte auf 54 %). Dabei steigt die Tagesreichweite des Internets Im Vergleich zum Vorjahr auf 71 Prozent, bei den 14- bis 29-Jährigen beträgt sie sogar 98 Prozent. Leicht zugenommen hat die Unterwegsnutzung des Internets.

Mediale Internetnutzung

Die deutlichsten Veränderungen gibt es im Jahr 2019 bei der Nutzung von Videos, Audios und Text über das Internet (mediale Internetnutzung). An einem normalen Tag nutzen 41 Prozent das Internet für mediale Tätigkeiten. Bewegtbild liegt dabei mit 25 Prozent etwas vor Text (22 %) und Audio (19 %).  Insbesondere bei der Bewegtbildnutzung über das Internet zeigt sich Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.

Bewegtbildnutzung: Präferenz Mediatheken vs. Streamingdienste altersabhängig

In Bewegtbildnutzung ist eine stärkere Dynamik zu verzeichnen. In der Gesamtbevölkerung steigt die tägliche Nutzung von Video-Streamingdiensten wie Netflix um drei Prozentpunkte auf 14 Prozent, unter den 14- bis 29-Jährigen sind es 36 Prozent, die sie täglich verwenden. 37 Prozent nutzen Videos in den Online-Angeboten/Mediatheken der TV-Sender. An einem Durchschnittstag haben mittlerweile 86 Prozent der ab 14-Jährigen Kontakt mit Videoinhalten und verbringen etwa 202 Minuten damit. Bei den 30- bis 49-Jährigen ist die Nutzung überdurchschnittlich stark. Mediatheken werden von mehr als einem Drittel mindestens einmal pro Monat genutzt. Am beliebtesten sind die Angebote von ARD und ZDF, mit 26 bzw.. 25 Prozent. Zentrales Motiv bildet dabei die zeitliche Unabhängigkeit und für Jüngere zudem die Möglichkeit, mehrere Folgen am Stück zu sehen (Binge Watching). Video on demand hingegen wird am stärksten von 14- bis 29- Jährigen genutzt: neben YouTube sind vor allem die Streamingdienste Netflix und Amazon Prime Video beliebt. Mindestens 90 Prozent der Nutzenden bewerten dieses Online-Videoangebot dabei mit „sehr gut“ oder „gut“. Trotz der Beliebtheit der Streamingdienste gehören Online-Livestreams von Fernsehsendungen zum Nutzungsportfolio vieler Onlinerinnen und Onliner: 13 Prozent (+2 %-Punkte) sehen wöchentlich oder häufiger Live-Fernsehen im Internet. Die ausgewogenste Verbreitung im Bewegtbildangebot zeigt sich dennoch über alle Generationen hinweg beim linearen Fernsehen (92 % nutzen wöchentlich das laufende Programm)

Musikstreaming steht neben dem Radio hören

Musik über YouTube oder Streamingdienste wie Spotify zu hören, hat in den letzten Jahren einen ähnlichen Boom erlebt: Die Tagesreichweite liegt im Jahr 2019 bei 13 Prozent. Podcasts oder zeitversetzte Radiosendungen haben eine unveränderte Tagesreichweite von 3 Prozent. Auch die Audionutzung im Internet ist von altersspezifischen Unterschieden geprägt: 30- bis 49-Jährige präferieren stärker als der Durchschnitt das Livehören von Radio über das Internet, während die 14- bis 29-Jährigen in sehr großer Zahl Musikstreaming nutzen. On demand-Angebote wie Audio-Podcasts werden unverändert von jedem Fünften monatlich oder öfter genutzt.

Redaktionelle Inhalte

Im Jahr 2019 fällt die Nutzungsintensität von Artikeln und Berichten im Internet mit 20 Prozent Tagesreichweite auf. Rund ein Drittel der unter 30-Jährigen und ein Viertel der 30- bis 49-Jährigen geben an, am Vortag redaktionell gestaltete Artikel oder Berichte im Internet gelesen zu haben.

Social Media: WhatsApp, Facebook und Instagram

Unverändert sind diese Plattformen am relevantesten: 63 Prozent nutzen täglich WhatsApp, 21 Prozent Facebook und 13 Prozent Instagram. Snapchat, Twitch, Xing, LinkedIn und Twitter folgen mit Abstand. 5 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen täglich TikTok.

Sprachassistenten vor allem auf Smartphones verbreitet

Jeder Dritte hat schon einmal einen Sprachassistenten verwendet. 29 Prozent der Bevölkerung nutzt sie über das Smartphone, 10 Prozent über einen Smarten Lautsprecher. Bei den Jüngeren nutzt etwa jeder Fünfte Smarte Lautsprecher. Siri auf dem iPhone und Alexa auf dem Amazon Echo sind am weitesten verbreitet.

Zur Studie

Befragt wurde die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren (2.000 Fälle) innerhalb einer sechswöchigen Feldzeit vom 4. März bis zum 12. April 2019. Als Methode wurde CATI, eine computergestützte telefonische Befragung eingesetzt. Die Stichprobe besitzt 40 Prozent Mobilfunkanteil (Dual-Frame).

 

Weitere Informationen finden unter www.ard-zdf-onlinestudie.de

Die Ergebnispräsentation der ARD/ZDF-Onlinestudie finden Sie hier.


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Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
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