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BeReal- Realität in Social Media?

Die App BeReal erlebt mit insgesamt über 10 Millionen täglich aktiven User*innen einen regelrechten Hype im August diesen Jahres. Die App wurde 2019 in Frankreich gestartet und basiert auf der Idee, unrealistische Inszenierungen und Selbstdarstellungen auf Social-Media-Portalen wie Instagram zu verhindern. Mithilfe spontaner Schnappschüsse wird versucht, den Alltag unbearbeitet, ohne Filter oder Effekte einzufassen.  

Doch wie funktioniert die App überhaupt? 

Einmal am Tag versendet BeReal eine Pushnachricht an alle Nutzer*innen mit der Aufforderung, in diesem Moment ein Foto aufzunehmen und zu veröffentlichen. Dabei wird je ein Selfie mit der Frontkamera und ein Bild von der Tätigkeit oder dem Geschehen mit der Rückkamera aufgenommen. Nach der Montage beider Bilder ineinander wird es veröffentlicht. Das Neue daran ist die Tatsache, dass das Posting innerhalb von zwei Minuten online sein muss, spätere Postings werden mit dem Hinweis der Verspätung versehen. Ob das Foto für die gesamte Community oder nur für eigene Freund*innen sichtbar sein soll, kann für jedes Posting einzeln ausgewählt werden. Ein weiteres Feature ist, dass Beiträge mit RealEmojis kommentiert werden können, indem ein Selfie aufgenommen wird, dass zusammen mit einem Emoji als Reaktion gepostet werden kann. Fotos aus der Community sind erst dann sichtbar, wenn man selbst ein aktuelles Foto gepostet hat. 

Was macht diese App für Medienpädagog*innen relevant?  

Der Zeitdruck kann sowohl positiv als auch negativ betrachtet werden. Auf der einen Seite bewirkt die Zeiteinschränkung, dass Fotos nicht intensiv nachbearbeitet werden können. Es ist eine Herausforderung für die Nutzer*innen, trotz Spontanität sehenswerte Fotos zu schießen. Auf den Bildern wird das Alltägliche, und nicht nur besondere Reisen oder Events, die das eigene Leben möglichst spannend machen sollen, gezeigt. Die Fotos sind realer und nicht nur für die Medien inszeniert. Wenn man den Zeitdruck kritisch beleuchtet, muss man sich den Fragen stellen: Wann wird die Aufforderung ignoriert, um kein aktuelles Bild zu machen? Was bedeutet der Schnappschuss für meine Kontakte und mein persönliches Umfeld? Das Konzept von BeReal hilft dabei, die Mechanismen von Social Media zu hinterfragen. Aus Sicht von jugendschutz.net können unüberlegte Postings ein Problem darstellen. Auch die Standortfreigabe, die sich die App erbittet und dann erst wieder deaktiviert werden muss, wird kritisch gesehen.  

Hat diese Idee eine Zukunft? 

Zwar hat die App im Sommer einen Hype erlebt, dennoch ist es doch fragwürdig, wie lange sie sich neben den großen Konkurrenten wie Instagram, Snapchat und Tiktok durchsetzen kann. Persönlich empfinde ich die App noch als einseitig und würde mich über neue Ideen freuen, die für mehr Abwechslung oder Interaktionsmöglichkeiten sorgen. Nichtsdestotrotz ist es ein interessantes Konzept außerhalb der typischen Sozialen Medien und ich würde empfehlen, die App einfach selbst einmal mit Freund*innen  zu testen und sich eine eigene Meinung zu bilden. 

 

Erhältlich im Play Store und Apple Store, kostenlos  

 

Katharina Stengl


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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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