Zum Hauptinhalt springen

Immer mehr Jugendliche werden mit Falschnachrichten konfrontiert

Die Ergebnisse der Studie zu Falschnachrichten in Deutschland

Die Studie ‚die Jugend in der Infodemie – eine repräsentative Befragung zum Umgang junger Menschen in Deutschland mit Falschnachrichten während der Coronakrise‘ wurde im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland durchgeführt und zeigt, dass drei Viertel der Jugendlichen regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert sind, was durch die Corona-Pandemie verstärkt wurde. Die Umsetzung der Studie erfolgte als Online-Befragung mit 2.064 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14-24 Jahren. 

Online und in den sozialen Medien werden Jugendliche immer öfter mit Falschnachrichten konfrontiert. Im Jahr 2019 sahen 64 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche Fake News, 2020 stieg die Zahl auf 76 Prozent. Allerdings fühlen sich dabei nur zwei Drittel der jungen Erwachsenen sicher im Umgang mit Falschnachrichten. Diese geben an, Fake News auch als solche erkennen zu können. Dabei spielt das Hintergrundwissen eine große Rolle. Beispielsweise können Jugendliche, die sich häufiger zu politischen Themen informieren, sicherer Falschnachrichten erkennen.  

Mit dem Start der Corona-Pandemie vernehmen 73 Prozent der Jugendlichen einen Anstieg der Verbreitung von Falschnachrichten. Zu Aussagen, die eine große Mehrheit der Jugendlichen in Zusammenhang mit der Pandemie wahrgenommen haben, gehören: ‚Der Mund-Nasen-Schutz hat keine Wirkung oder macht sogar krank‘ (69%) und ‚das Corona-Virus gibt es gar nicht‘ (67%). Die letztere Aussage wird immerhin von 83 Prozent als falsch identifiziert. Dennoch fällt die Unterscheidung zwischen glaubwürdigen und unglaubwürdigen Informationen 64 Prozent der jungen Erwachsenen schwer, was durch die vielen Desinformationen in Bezug auf die Pandemie verstärkt wird. 

Ein weiteres Problem wird erkennbar bei Betrachtung des Umgangs der Jugendlichen mit Falschinformationen wie die Studie zeigt. Denn nur 36 Prozent der Jugendlichen werden aktiv bei solchen Aussagen und prüfen zum Beispiel die Quellen. Selten (in nur 19% der Fälle) wird die Beschwerdemöglichkeit der Plattform genutzt. Unterstützung beim Umgang mit Falschnachrichten erhoffen sich die jungen Erwachsenen von den Bildungseinrichtungen und Journalist*innen. So wünschen sich ein großer Teil der Befragten (85%) das Thema als verpflichtenden Inhalt im Unterricht zu integrieren. Bisher wurde nur bei 30 Prozent der Jugendlichen das Thema in der Schule behandelt.  

Durch die Verbreitung von Falschnachrichten zweifeln die Jugendlichen mehr an den klassischen Medien und Politiker*innen. 81 Prozent der jungen Erwachsenen sehen eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland.  

Zur Studie 

PDF  

 


Teaser- und Headerbild: wokandapix I pixabay

 


Zurück

In merz suchen

Volltextsuche

Ausgabe nach Jahrgang

Beiträge nach Medien

Kontakt

Redaktion

merz | medien + erziehung
Kati Struckmeyer
Arnulfstraße 205
80634 München

+49 89 689 89 120
+49 89 689 89 111
merz@jff.de

Verlag

kopaed verlagsgmbh
Arnulfstr. 205
D-80634 München

+49 89 688 900 98
+49  89 689 19 12
www.kopaed.de
info@kopaed.de

Rechtsträger

JFF – Jugend Film Fernsehen e. V.
Arnulfstraße 205
80634 München

+49 68 989 0
+49 68 989 111
www.jff.de
jff@jff.de

Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

Kontaktformular

Kontaktformular