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Johnny English - Man lebt nur dreimal

Analog gegen digital

Rowan Atkinson ist wieder da. Nach Johnny English – Der Spion, der es versiebte und Johnny English – Jetzt erst recht! Übernimmt er bereits zum dritten Mal die Rolle des chaotischen Agenten Johnny English. Nach seinem letzten Abenteuer finden wir ihn als Lehrer an einer Privatschule wieder. Ob sich im Wald tarnen oder das richtige Ansprechen von Zielpersonen, sein Lehrplan ist umfassend. Zur gleichen Zeit befindet sich die britische Regierung unter dem Angriff eines Cyber-Terroristen, durch den die Identitäten aller aktiven Agentinnen und Agenten des MI7 preisgegeben werden. Um diese Angriffe zu stoppen, brauchen sie einen Agenten der analog arbeitet, um den Attacken und den Methoden des Hackers zu entgehen.

Hier kommt Agent English wieder ins Spiel, der seinen Lehrerjob kurzerhand pausieren lässt, um sich zusammen mit seinem treuen Gefährten Angus Bough (Ben Miller) , auf die Suche nach dem Verursacher der Anschläge zu machen. Und das natürlich mit den klassischen Agenten-Gadgets, die stark an Hilfsmittel aus den frühen Bond-Filmen erinnern: ein Schlauchboot in einem Schuhkarton, magnetische Stiefel und ein Aston Martin mit Raketenwerfern und anderen Waffen.

Für seine Mission verschlägt es ihn an die Küste Frankreichs und in ein schönes Schloss in Großbritannien. Das obligatorische "Bond-Girl" darf natürlich auch nicht fehlen, in der Form von Ophelia (Olga Kurylenko) präsentiert wird. Mit viel Humor widmen sich Regisseur David Kerr und seine Kolleginnen und Kollegen gleich mehreren modernen Thematiken. Unter anderem den Problemen älterer Menschen mit modernen Dingen wie Virtuelle Realität, Digitalisierung und das Bedienen eines Smartphones. Im Vergleich dazu wird der Bösewicht (Jake Lacey) durch einen Millennial, der Technik für sich verwendet und auch ausnutzt, verkörpert. Mr. English hat auch ein klassisches Frauenbild, das aber durch die russische Agentin Ophelia ins Wanken gerät. Sie ist kompetenter, geschickter und gefährlicher als er – Johnny Englishs Umgang mit Technik sorgt dagegen für viele Lacher. In den 89 Minuten werden typische Agentenklischees aufgegriffen und mit viel Liebe zum Detail durch den Kakao gezogen.

Der Film, der in Deutschland ab sechs Jahren freigegeben ist, ist ein Spaß für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Jede Zielgruppe wird auf ihre Art und Weise angesprochen und auch respektiert. Jugendliche erkennen ihre Eltern wieder, denen sie die Funktionsweise von Smartphones erklären dürfen; den Eltern wird ihr verzweifelter Umgang mit modernen Medien humorvoll vor Augen geführt. Es gibt hierbei keine Verlierer, denn alle Seiten kommen auf ihre Kosten. Johnny English – man lebt nur dreimal greift auf unterhaltsame Art eine alltägliche Problematik auf: Technologie spielt in unserem Alltag eine omnipräsente Rolle – für alle Generationen. Sie bietet unserer Gesellschaft viele Chancen, allerdings auch neue Möglichkeiten des Missbrauchs. Neues ist nicht automatisch besser, aber Medienkompetenz in ihren vielen Ausprägungen kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Dieses verspielte Zwischenspiel gelingt dem Team des Films sehr gut.

Ab Donnerstag, den 18. Oktober 2018, läuft der Film in den deutschen Kinos.


Jerome Wohlfarth studiert Soziale Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.

 

 

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Foto: © 2018 Universal Studios and Studiocanal SAS

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