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MEDIENTAGE MÜNCHEN 2021 - Aufbruchsstimmung und neue Perspektiven nach der Pandemie

Durch die Pandemie haben sich neue Herausforderungen für die Gesellschaft im Allgemeinen und die Medienwelt im Besonderen ergeben. Mobiles Arbeiten, Homeoffice und Remote Work gewannen rapide an Bedeutung. Unser Mediennutzungs-, Freizeit- und Konsument*innenverhalten hat sich erheblich gewandelt, Informations- aber auch Unterhaltungsbedürfnisse haben zugenommen. Politische und wirtschaftliche Themen sind stärker in den Fokus gerückt und scheinen nun dringlicher als je zuvor. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass es neue Perspektiven (‚New Perspectives‘) braucht, um dem durch die Krise ausgelösten Wandel begegnen zu können.

Genau dieses Motto stand im Mittelpunkt der Medientage München 2021 (25.-29.10.), welche dieses Jahr erstmalig als hybride Veranstaltung durchgeführt wurden. Die Besucher*innen hatten die Wahl, entweder vor Ort im Isarforum in München oder ganz entspannt per Livestream die Konferenzen zu verfolgen oder an unterschiedlichen Events teilzunehmen. 

Mehr als 400 Referent*innen aus Medienpolitik- und -wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft haben in Gesprächsrunden, Vorträgen und Paneldiskussionen über Auswirkungen der Pandemie, Nachhaltigkeit und den strukturellen digitalen Wandel von Medienunternehmen und Öffentlichkeit gesprochen. Vor diesem Hintergrund standen vor allem die Fragen im Fokus, wie sich Mediennutzung und Medienangebote seit der Pandemie verändert haben und was es zukünftig noch braucht, um Nutzer*innen noch besser erreichen zu können.  

Das abwechslungsreiche Programm der Medientage München bot spannende Veranstaltungen unter anderem zu Diversity, Social Media, Podcast, Werbung & Marketing, Medienausbildung und Co. Neben dem MEDIENTAGE-Gipfel und der Eröffnung am Montag gab es vier weitere Gipfelveranstaltungen während der Konferenzwoche. So standen dieses Jahr TV und Streaming (Dienstag), Audio (Mittwoch), Journalismus (Freitag) und erstmalig auch Nachhaltigkeit (Donnerstag) im Fokus der Veranstaltungsreihe. 

Wichtige Referent*innen und Diskussionsteilnehmer*innen der Veranstaltung waren der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, die Präsidentin des Bayerischen Landtags Ilse Aigner, Bayerns Medienminister Dr. Florian Herrmann, der CSU-Generalsekretär Markus Blume, die für die Medienpolitik der Bundesländer zuständige Staatssekretärin der Landesregierung von Rheinland-Pfalz Heike Raab, die Vizepräsidentin der EU-Kommission und Kommissarin für Werte und Transparenz Vera Jourová, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Dr. Katarina Barley und noch viele weitere. 

Nachhaltigkeit ist dabei nur eines der zentralen Mammutprojekte, die auf den Medientagen diskutiert wurden. Angesichts des Umfangs dieses Vorhabens wird deutlich, dass es zur Umsetzung eine gesamtgesellschaftliche Zusammenarbeit braucht. Der Medienbranche kommt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu: Mediale Berichterstattung bestimmt die Verhandlung und Diskussion aktueller Themenfelder und prägt somit politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und Trends. Aus diesem Grund wurden im Rahmen des Nachhaltigkeitsgipfels Fragen danach aufgeworfen, wie Medien und Nachhaltigkeit zusammengedacht werden können. In diesem Kontext wurde beispielsweise diskutiert, wie sich mediale Berichterstattung über das Klima verändern muss und welche Verantwortung der deutschen Medienlandschaft zukommt, wenn es darum geht, die Bevölkerung über den Klimawandel aufzuklären. 

Auch die Rolle von Social Media und damit verbundenen Gefahren wie ‚Hate Speech‘ und ‚Fake News‘ standen im Fokus der Veranstaltungsreihe. So diskutierte Laura Schubert von der Vodafone Stiftung mit TikTokerin Victoria Merten (alias‚Vikykid‘) und Video-Creator Nils Leonik (WhyNils) beispielsweise darüber, wie vor allem die jüngere Generation dabei unterstützt werden kann, sich im zunehmend unübersichtlicher werdenden Netz zurechtzufinden. Als Vertreter*innen der von der Vodafone-Stiftung initiierten Kampagne #True Story ist es ihnen ein besonderes Anliegen, junge Menschen zu erreichen und diese zu befähigen, sich gegen Desinformationen und Hass im Netz zu wehren und die digitale Welt aktiv mitzugestalten. Wie dies konkret aussehen kann, wurde in dem Gespräch ebenfalls besprochen. So wurde hervorgehoben, dass es besonders wichtig sei, die jungen Nutzer*innen mit kreativen Inhalten zu begeistern und sie in ihrer Lebenswelt abzuholen. Um das Interesse der jüngeren Generation zu gewinnen, sei es außerdem sinnvoll, Informations- und Unterhaltungsformate zu kombinieren. Zudem wurde die Verantwortung von Plattformen wie Facebook, Instagram, Snapchat und Co. für die Verfolgung und Bekämpfung von Falschmeldungen und extremistischen Inhalten hervorgehoben. Diese können, so hebt Influencer Nils hervor, auf Social Media nicht nur ungehindert verbreitet werden, sondern dank der im Netz eingesetzten Algorithmen wird zudem automatisch auf ähnlichen Content verwiesen. Aus diesem Grund brauche es hier eine stärkere Überprüfung, um einen Missbrauch algorithmischer Systeme zu verhindern und stattdessen eine Plattform für hochwertige positive Inhalte zu schaffen. 

Das hybride Konferenzsystem erwies sich als optimales Veranstaltungsformat, um sowohl Raum für Begegnungen und persönlichen Austausch zu schaffen als auch eine möglichst große Anzahl an Teilnehmenden zu erreichen. So konnten über 9.000 Besucher*innen verzeichnet werden, davon etwa 2.000 vor Ort und 7.000 online. Insgesamt waren die Gespräche und Diskussionen geprägt von einer Aufbruchsstimmung, die vielversprechende Ideen und Pläne für die Zukunft der Medienlandschaft vermuten lässt. Es bleibt der Eindruck, dass die Pandemie genutzt wurde, um sich mit bestehenden Herausforderungen und Problemen auseinanderzusetzen und getreu dem diesjährigen Motto neue Perspektiven und Impulse für das Voranbringen der Medienbranche zu entwickeln.  

 

Zusammenfassungen der Diskussionen sowie Bildmaterial stehen in der Mediathek der Medientage-Homepage und auch im MedientageMünchenBlog  bereit. 

Die Video-Aufzeichnungen der einzelnen Sessions sowie den Podcast zu den Medientagen 'This is Media NOW - der MEDIENTAGE Podcast' findet ihr hier:

Youtube-Kanal der Medientage München

Lisa Melzer


Header- und Teaserbild: Medientage München (bearbeitet mit Canva)


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Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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