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Plädoyer für digitale Verkehrsbildung

Neuer Praxisleitfaden widmet sich Medienpädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe


Wie rede ich als Pädagog*in mit Kindern über angstmachende Inhalte im Internet? Was ist bei digitalen Kettenbriefen zu beachten? Wann spricht man von problemhaften Online-Spielverhalten? All das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, heute häufig zum Alltag ihrer (medien-)pädagogischen Arbeit gehören. Wertvolle Impulse für eine niederschwellige Medienbildung – insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe – gibt nun die von SOS Kinderdorf Österreich vorgelegte Publikation ‚Medienpädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe. Praxishandbuch und Leitfaden‘. „Medienpädagogik gestaltet sich vielfältig, macht viele Fragen auf, klingt erstmal sehr kompliziert, betrifft uns aber alle – und ganz besonders im pädagogischen Alltag. Die Chancen überwiegen hier bei weitem die Gefahren!“, schreiben die Herausgeberinnen Ines Findenig und Katrin Grabner von SOS-Kinderdorf Österreich. Das 115-seitige Handbuch ist vor diesem Hintergrund als ‚Plädoyer zur digitalen Verkehrsbildung‘ zu verstehen: „Denn digitale Medien bringen für Erwachsene einen Auftrag mit sich: Kinder und Jugendliche auf den Umgang damit vorzubereiten und zu begleiten – ähnlich wie beim Erlernen des Fahrradfahrens, wenn auch als lebenslangen Prozess. Genauso wie die Aufklärung zum Verhalten im Straßenverkehr etwas Selbstverständliches darstellt, gilt es Kinder und Jugendliche auch in der digitalen Welt aufzuklären, einzuüben, Möglichkeiten zu eröffnen sich auszuprobieren, positiv zu bestärken und auf Gefahren hinzuweisen wie auch konkrete Hilfestellungen bei ‚Unfällen‘ anzubieten.“

Der Mehrwert dieser gelungenen Handreichung zeichnet sich durch verschiedene Beiträge aus, die aus der Praxis heraus für die Praxis entstanden sind. Zu einer Bandbreite von Themen verknüpfen die Autor*innen in zehn Beiträgen in einem ausgewogenen Verhältnis medienpädagogische Basisinformationen mit konkreten Praxisempfehlungen. Diese widmen sich unter anderem Gewalt und Grenzüberschreitungen im Internet (z. B. Cyber-Mobbing, Stalking, Erpressung oder Gewaltvideos) digitalen Spielen (z. B. Wie kann ich digitale Spiele pädagogisch nutzen? Woran erkenne ich problematisches Spielverhalten?), der Informationsbewertung im Netz (z. B. Fake News, Hoaxes und Verschwörungstheorien) oder Sexualität und digitale Medien (z. B. Sexting oder Pornografie). „Kapitelweise können sich Interessierte einlesen und erhalten so punktuell eine Expertise zu verschiedenen Themen,“ erklärt Ines Findenig im merz-Gespräch.

Entstanden ist das Handbuch im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe, denn gerade Kinder und Jugendliche in der Fremdunterbringung laufen eher Gefahr von digitaler Gewalt betroffen zu sein.

 

Zudem ist die Publikation Teil des EU-finanzierten Kooperationsprojekt#besafeonline von SOS Kinderdorf Österreich, dem Notruf für Kinder und Jugendliche Rat auf Draht sowie der Initiative saferinternet.at. „Ziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendliche dazu zu befähigen und sie dabei zu unterstützen, sicher und verantwortungsbewusst mit digitalen Medien umzugehen und sich vor (sexueller) Gewalt im Netz zu schützen,“ heißt es auf der Internetseite des Projekts.

Aktuell werden außerdem aufrüttelnde Videoclips etwa zu Sexting, sexueller Online-Belästigung und Cybergrooming unter der Devise ‚Nicht mit mir!‘ in österreichischen Kinos gezeigt, die auch auf YouTube zu sehen sind.

Ausgangspunkt für #besafeonline war eine Studie von 2018 in der 400 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren quantitativ und qualitativ befragt wurden, wie sicher sie sich im Internet fühlen. „Die Ergebnisse waren sehr erschreckend“, erinnert sich Ines Findenig. Fast 30 Prozent der Befragten haben schon einmal sexuelle Übergriffe im Internet erlebt. „Mädchen sind von sexuellen Online-Übergriffen mehr als doppelt so stark betroffen wie Burschen,“ heißt es in der Studie. Viele Betroffene fühlen sich machtlos und holen sich keine Hilfe. „Gleichzeitig wünschen sich die Jugendlichen mehr Aufklärung zu diesem Thema,“ so Findenig und betont: „Uns ist es deshalb ein Anliegen, pädagogische Fachkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen und so wiederum die jungen Menschen zu stärken.“

 

SOS Kinderdorf Österreich (2022). Medienpädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe. Praxishandbuch und Leitfaden. www.sos-kinderdorf.at/getmedia/985e039c-8104-4ecd-83d3-10f55a2d625d/Handbuch_Medienpadagogik_SOSKinderdorf.pdf. 115 S., kostenlos verfügbar.

 

Die kostenlose Broschüre ‚Medienpädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe. Praxishandbuch und Leitfaden‘ ist im praktischen Tabletformat gedruckt erhältlich unter willkommen@sos-kinderdorf.at

sowie online verfügbar als PDF-Dokument.

 

 

Für Kinder und Jugendliche gibt es die Broschüre „#sicheronline. Schütz dich vor falschen Freunden“:

https://www.sos-kinderdorf.at/getmedia/f5554760-1188-4bbd-9b6f-e788fb88020a/sicheronline1_2

 

Heinrike Paulus

 


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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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