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PLAY22–Festival: Über atemberaubende Spiele und die Kunst des Innehaltens (Teil 1)

Wie lässt sich alltäglichem Druck und Stress begegnen, wie wirken sich Arbeits- und Lebensbedingungen auf die Geschichten und Welten digitaler Spiele aus? Dies ist nur eine von vielen Fragen, welche das diesjährige PLAY22 – Creative Gaming Festival prägten. Hierfür wurden in einem vielfältigen Programm digitale Spiele mit den Schwerpunkten Stress, Reflexion und Entspannung vorgestellt.

Der nachfolgende Beitrag ist der erste Teil der Beitragsreihe zum diesjährigen PLAY22 Festival. Den zweiten Teil, in dem die Inhalte der virtuellen Hausbesuche näher vorgestellt werden, findet ihr in Kürze hier.

Einatmen und ausatmen. Wie gut gelingt uns das wirklich? In einem hektischen Alltag und einer immer schnelllebigeren Welt fällt es mitunter schwer, Pausen einzulegen, den Kopf auch mal auszuschalten und achtsam mit den eigenen Bedürfnissen umzugehen. Genau diese Überlegungen standen im Fokus des  PLAY22 – Creative Gaming Festivals, welches auch dieses Jahr wieder dazu eingeladen hat, die kreativen Potenziale  digitaler Spiele zu feiern. So hatten Teilnehmende vom 31. Oktober bis zum 6. November die Chance, an diversen hybriden Angeboten am Festival-Standort in Hamburg oder digital teilzunehmen. Dabei konnten sie Tüfteln, Diskutieren, Programmieren und vor allem verschiedene Games ausprobieren, welche das Motto ,Take a breath‘ auf unterschiedliche Art und Weise umsetzen. Hierbei war besonders spannend, welche Inhalte unter dem Aspekt des diesjährigen Mottos vorgestellt wurden. Neben Einzel- und Mehrspieler-Games konnten Teilnehmende auch VR-basierte Spiele testen.

Für all diejenigen, die nicht vor Ort dabei sein konnten, wurden die Events via Twitch gestreamt, sodass Interessierte aus aller Welt das spannende Programm mitverfolgen und -erleben konnten. Als besonderes Online-Highlight war ein Besuch in der altbekannten PLAYvalley, dem digitalen Festivalgelände, möglich, wo mitunter neue Spiele getestet und Kontakte zu anderen Besucher*innen geknüpft werden konnten.

Da auch in diesem Jahr das Programm der PLAY22 breit gefächert war, werden wir im Folgenden unsere persönlichen Highlights darstellen. Da es in einigen Programmpunkten Ähnlichkeiten zur PLAY im letzten Jahr gibt, möchten wir an dieser Stelle auf unsere Meldung aus dem letzten Jahr hinweisen.

 

Das PLAYvalley: Dabei handelt es sich um die virtuell gestaltete Festivallandschaft, auf der dieses Jahr ein Großteil der Veranstaltungen stattfanden. Die Teilnehmenden konnten hier nicht nur die Streams der einzelnen Programmpunkte verfolgen, sondern auch eine interaktive Ausstellung mit kreativen Spielen bewundern, die sie allein oder gemeinsam mit anderen Teilnehmer*innen austesten konnten. Daneben überzeugte die aufwendig gestaltete virtuelle Location mit viel Detailreichtum, digitalen Ästhetiken und vielen unterschiedlichen Interaktionsmöglichkeiten, durch die sich die Besucher*innen vernetzen und so die Expedition durch das virtuelle Gelände gemeinsam bestreiten konnten. Nichtsdestotrotz gilt es hervorzuheben, dass die Navigationssprache der PLAYvalley Englisch ist, weshalb Spielhandlungen schnell unübersichtlich wurden. Zudem wäre eine Erläuterung zum Streaming-Angebot hilfreich gewesen, um die digitale Teilnahme am Festival zu vereinfachen.

 

Virtuelle Hausbesuche: In diesem Format wurden die Teilnehmenden des Festivals dazu eingeladen, gemeinsam mit dem PLAY-Team unterschiedliche Persönlichkeiten aus der Gaming-Branche virtuell zu besuchen, um so hinter die Kulissen ihrer Arbeit zu blicken. Dieses Jahr zählten dazu Dennis aka Wheely (Streamer* und Founder* von Wheely World), Kathrin Radke (Game-Designerin bei Spellgarden Games), Marco Caniglia (Lead-QA-Tester bei Deep Silver Fishlabs), Marlene Beyer (3D-Artist bei Tivola) und Kim Adam aka freiraumreh (Streamerin und Gründerin). Dieses Format hat es Besucher*innen des Festivals ermöglicht, Informationen über Zugangswege und Berufsperspektiven im Hinblick auf die Gaming-Landschaft zu erhalten und von den vielfältigen Erfahrungen der Speaker*innen Anregungen für den persönlichen oder beruflichen Werdegang mitzunehmen. 

 

Spektakuläre Preisverleihung: Die Creative Gaming Awards rundeten das abwechslungsreiche Festival-Erlebnis ab. Die Veranstaltung fand dieses Jahr live in Hamburg statt und wurde von Gesprächen mit den Personen hinter dem Festival, den Förder*innen und natürlich der Jury und den Gewinner*innen begleitet, wodurch die beeindruckende Ausstellung einen feierlichen Abschluss finden konnte. Da das Event gestreamt wurde, konnten Zuschauer*innen dem Spektakel auch digital beiwohnen.

 

Auch dieses Jahr konnten wieder Entwickler*innen und Medienschaffende aus aller Welt Medienproduktionen, -prototypen und Spiele einreichen, von denen sechs Spiele für den Wettbewerb nominiert wurden. Eine fünfköpfige Fachjury hat diese schließlich unter die Lupe genommen, um sie auf Originalität, Kreativität und Spielspaß zu testen.  Während der Most Creative Game Award das kreativste Projekt auszeichnet, ehrt der Most Innovative Newcomer Award die*den beste*n Nachwuchsproduzent*in*en. Neben den altbekannten Preiskategorien hatten auch die Festival-Besucher*innen die Möglichkeit, aus allen Werken der PLAY-Ausstellung ihr Game-Highlight zu bestimmen (Audience Award). Gewonnen haben schließlich Artholomew Video’s Stream Challenge (Most Creative Award), It’s a Wrap (Most Innovative Newcomer) und Giga Bash (Audience Award).

So wurden schließlich besondere Spielideen mit tollen Preisen gewürdigt, die den Spieler*innen die Chance geben, sich kreativ auszuleben, neuartige Möglichkeiten der Interaktion und grafischen Gestaltung auszuprobieren und vor allem gemeinsam mit anderen unvergessliche Gaming-Erfahrungen zu sammeln.

 

Einblicke in ausgewählte Spiele der virtuellen Ausstellung der PLAY22:

Obgleich viele Menschen einen stressigen Alltag durchleben, suchen sie trotzdem häufig nach der Arbeit Zuflucht in digitalen Welten. Doch wieso ist das so? Mögliche Gründe dafür gibt es viele: um für eine bestimmte Zeit der Realität zu entfliehen, negative oder unangenehme Gefühle zu kompensieren oder nach Begegnungen zu suchen, die im realen Leben nicht denkbar wären. 

Die vorgestellten digitalen Spiele in der Kategorie ,Stress’ hinterfragen mitunter die zuvor gestellten Fragen. Hier überzeugen die Spiele nicht nur mit ihrer grafischen Aufbereitung, sondern auch mit ihrer begleitenden Musik. Diese ist oft ruhig und meditativ, um Stress und Hektik entgegenzuwirken und die Spielfreude zu fördern. Genau diese Stimmung wird nicht zuletzt durch monoton wirkende Spielhandlungen verstärkt, welche in einigen Spielen getätigt werden müssen. Es lässt sich festhalten, dass die Spiele ein atmosphärisches Spielerlebnis darbieten, welches vornehmlich in der Begleitmusik begründet liegt. Insgesamt bieten sich die Games dieser Kategorie vor allem für Menschen an, die sich abends vom Alltagsstress erholen möchten.

Ähnlich verhält es sich bei den Spielen der Kategorie ,Reflexion’. Diese regen zum kritischen Denken an, indem beispielsweise Spieler*innen virtuellen Müll von der Meeresoberfläche sammeln lassen, auf eine Reise in die Vergangenheit entführen oder zur Auseinandersetzung mit geschichtlichen Ereignissen motivieren. Die stimmungsvolle Atmosphäre wird durch eine anregende Gestaltung und Ästhetik untermalt, die dazu einlädt, in virtuelle Welten einzutauchen und sich in die Geschichten der Charaktere einzufühlen.

Abschalten und Entspannen? Hierunter stellt sich jede Person etwas anderes vor. Die Spiele in der Kategorie ,Entspannung’ sollen Spieler*innen dabei helfen, zu entschleunigen und eine Ruhepause einzulegen. Dies wird durch eine sanfte, verträumte Hintergrundmusik und den Einsatz von Naturelementen gefördert. So gibt es beispielsweise in einem Spiel die Möglichkeit, mit Hilfe eines Avatars durch märchenhafte Gewässer zu schwimmen. Neben dem ansprechenden Inhalt überzeugen die Spiele durch hochwertige Grafiken, wodurch ein sehr lebensnahes und greifbares Spielerlebnis geboten wird. In dieser Spielkategorie ist es eine Besonderheit, dass es nicht zwangsläufig um das Erreichen eines Spielziels geht. Viel mehr stehen Entspannung und Erholung im Fokus, wodurch Räume für Spieler*innen geschaffen werden, kreativ zu werden und ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen.

Insgesamt bot das PLAY22-Festival auch dieses Jahr ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten und Events, die den Besucher*innen auf eindrückliche und abwechslungsreiche Art und Weise die digitale Spielkultur und ihre Vielfältigkeit nähergebracht haben. Getreu dem diesjährigen Festivalmotto,Take a breath’hat die bunte Auswahl an Spielen und Spielformen dazu eingeladen, den Alltagsstress hinter sich zu lassen und fremde Welten zu erkunden. Zudem konnten Besucher*innen aller Altersgruppen wertvolle Einblicke hinter die Kulissen der Gaming-Branche gewinnen, sich in Workshops, Ausstellungen und Online-Angeboten kreativ ausleben und eigene Ideen verwirklichen. Insgesamt hat das Festival erneut bewiesen, wie Games Begegnung, Austausch und Zusammenhalt stiften und gerade in Krisenzeiten einen wichtigen Anker darstellen können, um mutig und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

 

HIER FINDET IHR ALLE INFORMATIONEN ZUM FESTIVAL

HIER GEHT ES ZUR PLAY-VALLEY

Lisa Melzer und Judith Bittner


Diese Meldung basiert auf eigenen Eindrücken und den uns zur Verfügung gestellten Presseunterlagen des PLAY22-Festivals.


Header und Teaserbild: ©  Initiative Creative Gaming e.V. (bearbeitet mit Canva)


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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
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