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Schlaglichter der JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) 2019

Das Medienrepertoire von Jugendlichen erweitert sich trotz sinkender Nutzgerätezahl.  Zu diesem Ergebnis kommt die JIM-Studie 2019 des Medienpädagogischen Forschungsverbandes Südwest.

Smartphone, Computer/Laptop und WLAN sind in praktisch allen Familien vorhanden, einen Fernseher gibt es bei 96 Prozent. Streamingdienste werden in knapp über zwei Dritteln der Haushalte genutzt. Nach einem hohen Anstieg der Videostreaming-Angebote von 2017 auf 2018 (von 54 % auf 77 %) ist der Wert 2019 wieder etwas gesunken (73 %).   Musikstreaming findet sich als die bei Jugendlichen verbreitetste Form des Musikkonsums bei 68 Prozent.  46 Prozent der Familien beziehen das Abo einer Tageszeitung. Jugendliche mit formal höherem Bildungshintergrund haben eher Zugriff auf zusätzliche kostenpflichtige Medienabonnements. Für die Geräteausstattung ergeben sich aus dem Bildungshintergrund keine nennenswerten Unterschiede. Bei etwa einem Drittel aller erhobenen Haushalte werden E-Book-Reader (31 %) oder Wearables (31 %) genutzt. Die Verbreitungsrate Letzterer ist damit um neun Prozentpunkte (PP) gestiegen.

Bei der absoluten Anzahl der Geräte im persönlichen Besitz Jugendlicher zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr ein rückläufiger Trend; am deutlichsten bei Laptop (- 7 %), DVD-Player/Festplattenrekorder (- 6 %), sowie bei stationären Spielkonsolen (- 6 %). Auch die Häufigkeit des verbreitetsten Geräts – des Smartphones – hat um zwei Prozentpunkte abgenommen. Dies liegt vor allem im Rückgang in der jüngsten Altersgruppe (12/-13 Jahre) um elf Prozentpunkte begründet.  Das Smartphone spielt bei der Internetnutzung für Mädchen (Nennung als meistgebrauchtes Gerät zur Internetnutzung: 79 %) eine zentralere Rolle, als für Jungen (68 %), für die der Zugang über einen stationären PC (17 %) üblicher ist als für Mädchen (6 %).  Während sich bei der Nutzung von Video-Streaming-Diensten von 2017 auf 2018 eine starke Dynamik zeigte (+ 24 PP), ist sie 2019 um sieben Prozentpunkte zurückgegangen. Auch die selbstgeschätzte tägliche Nutzungsdauer (Mo-Fr) des Internets hat sich leicht verringert (- 9 Minuten) und wird von den Jugendlichen mit durchschnittlich 205 Minuten angegeben.

In der JIM-Studie 2019 wurde die Konfrontation mit Hassbotschaften und Desinformation ausführlicher als in den Vorjahren betrachtet. Jeder fünfte Jugendliche gibt an, dass schon einmal falsche oder beleidigende Inhalte über die eigene Person online verbreitet wurden. Bei Mädchen (18  %) sind diese Vorfälle seltener als bei Jungen (24 %). Die Wahrscheinlichkeit, betroffen zu sein, nimmt mit dem Alter der Jugendlichen zu (12/13 Jahre: 11 %; 18/19 Jahre: 29 %). Peinliche oder beleidigende Abbildungen von Mädchen (15 %) werden hingegen häufiger verbreitet als solche, die Jungen zeigen (11 %). 31 Prozent der Jugendlichen wissen von Online-Mobbingfällen unter Freund*innen und Bekannten. Acht Prozent wurden auf diese Weise schon selbst Opfer. Mädchen (11 %) sind hiervon mehr als doppelt so häufig betroffen wie Jungen (4 %). Zwei Drittel aller Befragten sind im Monat vor der Befragung mit Hass im Netz konfrontiert worden. Extreme politische Ansichten sind 57 Prozent der Befragten in diesem Zeitraum begegnet, Fake News kommen auf 53 Prozent und beleidigende Kommentare haben 47 Prozent erlebt. Nur knapp ein Fünftel der Jugendlichen kam im letzten Monat mit keinem dieser Phänomene online in Kontakt.

Die JIM-Studie ist als Basisstudie mit dem Anspruch, die gesamte Bandbreite des Medienumgangs einer repräsentativen Stichprobe der Zwölf- bis 19-Jährigen in Deutschland zu erfassen, konzipiert. Die Veröffentlichung der Studie 2019 erfolgte später als üblich. Grund hierfür seien methodische Änderungen, der erstmalige Einbezug von Mobilfunknummern bei der Stichprobenziehung und die Beauftragung eines neuen Befragungsinstituts gewesen.

www.mpfs.de

 

Maurice Pflug


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