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Schwerpunktanalyse 2020: Alternative Medien und Influencer*innen als Multiplikator*innen von Hass, Desinformationen und Verschwörungstheorien

Kinder und Jugendliche können durch Hass, Desinformationen und Verschwörungstheorien im Netz nachhaltig verängstigt oder verunsichert werden. Besonders alternative Medien und Influencer*innen erzielen hierbei eine große Reichweite und verbreiten strafbare, jugendgefährdende und beeinträchtigende Inhalte. Zu diesen Ergebnissen kam die Schwerpunktanalyse 2020, welche die Medienanstalten im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz durchführten. Sie untersuchten dabei alternative Medien und Influencer*innen als Multiplikator*innen von Hass, Desinformation und Verschwörungstheorien.

Dazu wurden 783 Angebote von alternativen Medien und Influencer*innen auf verschiedenen Webseiten und Plattformen recherchiert. Neben den Webangeboten wurden somit Facebook-Profile, YouTube-Kanäle, Twitter- und Instagram-Accounts sowie Plattformen wie Telegram, VK und Frei3 ins Auge gefasst. Die Reichweite der Angebote bewegte sich dabei auf einer Skala von 100 bis 1,3 Millionen Abonnent*innen.

Bei der Sichtung der Angebote wurde bei 35 Prozent ein Verdacht auf strafbare, jugendgefährdende oder beeinträchtigende Inhalte festgestellt. Dabei war ein deutlicher Unterschied zwischen den Plattformen erkennbar. Bei VK waren 56 Prozent der Inhalte Verdachtsfälle und bei Telegram 52 Prozent, hingegeben bei YouTube und den Webseiten ‚nur‘ 37 Prozent. Daraus lässt sich ableiten, dass problematische Inhalte eher auf wenig reglementierten Plattformen verbreitet werden.

Hinsichtlich der genaueren Betrachtung der Beiträge hat sich gezeigt, dass die Themen meist von dem politischen System, Zuwanderung, Migration und Flucht oder Covid-19 und der Gesundheit handeln. Außerdem zeigte sich ein oftmals einseitig-unsachlicher oder spekulativ-dramatisierender Stil. Die untersuchten Kommentare waren überwiegend beleidigend.

Insgesamt bestätigte sich nach einer genaueren Prüfung in den meisten Fällen der Anfangsverdacht. Diese Inhalte wurden daraufhin für eine weitere Verfolgung dokumentiert, direkt an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet oder der Plattform gemeldet und entfernt.

Mit solchen Inhalten gehen aktuelle Problemfelder und Wirkungsrisiken einher. So werden zum Beispiel Ängste und Misstrauen heraufbeschworen und Kinder und Jugendliche können nachhaltig belastet werden. Die Angebote können Diskriminierungen bestimmter Menschengruppen hervorrufen und Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Inhalte propagieren. Zudem bewegen sich die Kommentare oft an der Grenze zur Volksverhetzung oder sogar darüber hinaus.

Dem Jugendmedienschutz stellt sich hier die Aufgabe die Einzelfälle zu prüfen und die Entscheidung für ein geeignetes Verfahren zu führen.

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Joana Baumgarten


Teaser- und Headerbild: Gerd Altmann I pixabay


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