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Unheimlich perfekte Freunde

Perfekt gibt´s gar nicht!

Unheimlich perfekte Freunde ist nach Die Perlmutterfarbe (2009) der zweite Kinderfilm des Regisseurs Marcus H. Rosenmüller, der mit Wer früher stirbt, ist länger tot 2006 seinen ersten Erfolg feierte. Der Film wurde im Rahmen der Initiative Der besondere Kinderfilm realisiert und ist hier bereits der fünfte, der in die Kinos kommt.

Der Film spricht ein Dilemma an, das so ziemlich jede oder jeder Zehnjährige kennt: Frido (gespielt von Luis Vorbach) würde nämlich viel lieber den ganzen Nachmittag seine Freunden treffen als für Mathe und Deutsch zu lernen. Seiner Mutter (gespielt von Marie Leuenberger) gefällt das eher weniger, da sie ihn gerne auf ein Gymnasium schicken würde. Aber die Klassenlehrerin Frau Klawitter (gespielt von Margarita Broich) hält ihn hierzu für viel zu verspielt. Als seine getrennt lebenden Eltern dann auch noch aus diesem Grund zu streiten beginnen, läuft Frido kurzerhand weg und findet sich auf dem Jahrmarkt in einem Spiegelkabinett wieder. Dort beginnt sein Abbild plötzlich mit ihm zu reden und behauptet, genau wie Frido zu sein – nur in perfekt. Und wer hat sich denn nicht schon einmal gewünscht, intelligenter, sportlicher oder cooler zu sein? Also beschließt er, sein perfektes Ich aus der Spiegelwelt zu holen. Zunächst scheinen damit alle Probleme des Zehnjährigen gelöst: Während sein Spiegelbild gute Noten schreibt und sein Zimmer aufräumt, hat der Original-Frido jede Menge Zeit zum Spielen.

Das Szenario, was denn wirklich passiert, wenn alle Menschen „perfekt“ wären, wird hier bis zum Ende weitergedacht und der Zuschauerin bzw. dem Zuschauer im Laufe des Films gezeigt, welche Schattenseiten das vermeintliche „Perfekt“-Sein mit sich bringt. Denn als Fridos bester Freund Emil (gespielt von Jona Gaensslen) und der Rest der Klasse Wind von Fridos Doppelgänger bekommen, wollen sie auch ein perfektes Ich. Immer mehr beginnen die Spiegel-Ichs nun eigene Ziele zu verfolgen und so müssen alle zusammenhalten um diese mit der Hilfe von der Klassenlehrerin Frau Klawitter wieder loszuwerden.

Laut Regisseur ist der Film für Kinder und Jugendliche von sieben bis 13 Jahren geeignet, doch auch Erwachsenen wird bei diesem Film mit Sicherheit nicht langweilig. Vor allem Konversationen zwischen den Erwachsenen im Film halten Witze bereit, die von Kindern vielleicht noch nicht interpretiert werden können, dafür aber Eltern zum Schmunzeln bringen können. Luis Vorbach, wie auch alle anderen jungen Schauspielerinnen und Schauspieler bringen auf sehr authentische Art und Weise Figuren auf die Leinwand, in deren Sorgen und Probleme sich die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer nur zu gut hineinversetzen können. Wettbewerb und Leistungsdruck sind Kindern in der Schule heute nicht fremd. Erwachsene können sich dagegen in Fridos Eltern oder auch die Lehrerin Frau Klawitter hineinversetzen, die unterhaltsam, aber dennoch nicht zu überspitzt dargestellt werden. Hier werden Denkanstöße geboten, wenn Eltern vielleicht selbst zu hohe Erwartungen an ihre Kinder haben. Trotz der recht ernsten Themen, wie Versetzungsgefahr oder Trennung der Eltern, verliert der Film unter anderem durch Szenen wie eine Kuchenschlacht, die laut dem Produzenten Max Frauenknecht „einfach nur Spaß macht“, nicht an Witz und Leichtigkeit.

Die Lehre, die sowohl Kinder als auch Erwachsene aus dem Kinosaal mitnehmen können, ruft Frido gegen Ende in die Kamera: „Perfekt gibt´s nicht!“.

Ab Donnerstag, dem 04. April 2019, ist der Film in deutschen Kinos zu sehen. Seit dem 28. Februar 2019 gibt es zudem ein Buch zum Film, geschrieben von den Drehbuchautorinnen des Films Simone Höft und Nora Lämmermann.

Lara Moritz hat an der Julius-Maximilians-Universität Medienkommunikation studiert und ist Praktikantin beimerz | medien + erziehung.


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