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miniKIM 2023: Kleinkinder haben mehr Zugang zu smarten Geräten

23 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen nutzen täglich mindestens ein Gerät mit Internetzugang zum Beispiel durch ein Smartphone, das wurde 2023 in der miniKIM-Studie herausgefunden. Die Studie zur Mediennutzung von Kleinkindern wird herausgegeben vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) in Kooperation mit dem Südwestrundfunk (SWR). Sie wurde nach 2012, 2014 und 2020 dieses Jahr zum vierten Mal durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 600 Haupterziehende von Zwei- bis Fünfjährigen im Zeitraum vom 11. bis zum 25. September 2023 mithilfe eines strukturierten Fragebogens; die Mediennutzung der Kinder wird dabei durch die elterliche Perspektive widergespiegelt. Die miniKIM erfasst Eckdaten zur Geräteverfügbarkeit, zur Mediennutzung und zur Medienkompetenz. Weitere Themen sind der Medienumgang der Haupterziehenden und die Rolle von Medien im Kindergarten.

Geräteverfügbarkeit

Der Vergleich mit den Zahlen der Erhebung 2020 verdeutlicht den Trend des gestiegenen Zugangs zu smarten Geräten. Die Verfügbarkeit von Fernsehgeräten (21 %), Tablets (21 %), Kindercomputern (22 %), Streaming-Abonnements (13 %), Handys/Smartphones (10 %) und Sprachassistenten (8 %) nahm zu. Kongruent zum Medienwandel zeichnet sich ein Rückgang bei der Verfügbarkeit von CD-/MP3-/Kassetten-Player (12 %) und Radio/Radio in Stereo-Anlagen (6 %) ab.

Mediennutzung

Doch welche Medien haben Kleinkinder tagtäglich in Gebrauch und wie lange nutzen sie diese? An vorderster Stelle stehen portable Musikboxen, wie die Tonie-Box (38 min), daran schließt sich das Buch an (37 min). Darüber hinaus konsumieren Kinder Pay-Streamingdienste wie Netflix und Disney+ (23 min), Radio (20 min) und kostenfreie Videoportale wie YouTube (18 min). Eine untergeordnete Rolle scheinen das klassische Fernsehen (15 min), Internetnutzung (13 min) oder digitale Spiele (6 min) einzunehmen. Fasst man zudem alle Bewegtbildoptionen von Streamingplattformen über Mediatheken bis zum klassischen Fernsehen zusammen, nutzen 84 Prozent der Kleinkinder wöchentlich zumindest eines dieser Angebote.  Auch der persönliche Zugang der Kinder zu smarten Geräten hat zugenommen. Mit einer Steigerung um 50 Prozent gegenüber 2020 hat nun jedes fünfte Kleinkind ein eigenes Tablet zur Verfügung. Zudem verfügen sogar 10 Prozent über ein eigenes Smartphone. Trotz dessen sind Bücher immer noch auf Platz 1 der unverzichtbarsten Medien für Kleinkinder.

Einstellung der Erziehungsberechtigten und Medienkompetenz

Wie stehen die Eltern zur Mediennutzung ihrer Kinder? 88 Prozent geben an, dass das Smartphone für Kinder viele Gefahren mit sich bringt. Zugleich sehen rund die Hälfte der Haupterziehenden Vorteile in der Mediennutzung, zum Beispiel da Kinder etwas Neues lernen können (52 %). Trotz der rasanten Entwicklung teilen rund die Hälfte der Haupterziehenden mit, keine Filterprogramme oder Jugendschutzsoftwares zu kennen.

Die umfassende miniKIM-Studie verdeutlich erneut, dass Medien heutzutage schon im Alltag von Kleinkindern fest verankert sind und sie zeigt die Tendenz auf, dass die Verfügbarkeit und Nutzung von vielen Medien zunehmen. Umso wichtiger ist es für Erziehungsberechtigte, ihre Kinder in der Medienwelt reflektiert zu begleiten und sie auf dem Weg zu einem souveränen Leben mit Medien zu unterstützen.

www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/miniKIM/2023/miniKIM2023_web.pd

Veronika Wagner

 


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