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Online-Podiumsdiskussion: Demokratiebildung im Netz

Die Digitalisierung hat zu einer Kluft im Informations- und Medienverhalten zwischen älteren und jüngeren Generationen geführt. Während ältere Generationen traditionelle und analoge Medien wie Zeitung oder Fernsehen stärker nutzen, bewegen sich jüngere Generationen immer mehr in der Online-Welt. Doch wie wirken sich die veränderten sozialen Rahmenbedingungen auf politische Bildung aus? Wie kann politische Medienkompetenz bei jungen Menschen gefördert werden, deren Leben immer enger mit der digitalen Welt verwoben ist? Und was bedeutet politische Bildung in der digitalen Welt speziell für Lehrkräfte? 

Am 31. Mai fand im Rahmen der digitalen Veranstaltungsreihe BILDUNG4FUTURE eine Online-Podiumsdiskussion zum Thema Demokratiebildung im Netz – politisch mündig in der digitalen Welt statt. Die Diskussion wurde von der Bildungsagentur eduversum in Kooperation mit der Stiftung Jugend und Bildung organisiert. Als Podiumsgäst*innen waren Alfred Roos, Leiter der Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg, Frauke Hagemann, Leiterin der Bildungsprojekte bei eduversum, Prof. Dr. Monika Oberle, Professorin für Politikwissenschaft und Didaktik der Politik an der Universität Göttingen und Prof. Dr. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), eingeladen. Bei der Diskussion ging es um aktuelle Chancen und Herausforderungen der politischen Bildung in einer zunehmend digitalisierten Welt, um Projekte zur Demokratieförderung und Extremismusprävention sowie um die Rolle von Multiplikator*innen in schulischen und außerschulischen Einrichtungen bei der Vermittlung von Medienkompetenz und politischem Bewusstsein.  

Prof. Dr. Thomas Krüger berichtete, wie sich als Folge der Digitalisierung die Kommunikationsmethode der bpb verändert hat. Um alle Zielgruppen, auch Jugendliche und Kinder, zu erreichen, wurden die Mediennutzungsgewohnheiten des Publikums berücksichtigt und Angebote sowie Formate entsprechend differenziert. Darüber hinaus werden Jugendliche als Co-Produzent*innen in die Gestaltung von politischen Bildungsformaten der bpb einbezogen, um von der Kreativität und Expertise Heranwachsender im Umgang mit digitalen Medien zu profitieren. Ein interessantes Projekt der bpb ist die Webvideo-Reihe mit der Youtuberin Hatice Schmidt, in der Wissen rund um den Islam und muslimisches Leben vermittelt wird. Es verdeutlicht, wie Influencer*innen und Youtuber*innen als Partner zur politischen Bildung in der digitalen Welt gewonnen werden können und dadurch auch junge Zielgruppen erreicht werden können. 

Denn politische Bildung und Medienbildung sind eng miteinander verbunden, betont Prof. Dr. Oberle. Dabei geht es jedoch nicht nur um die Vermittlung instrumenteller Fähigkeiten, sondern aber auch die Förderung kritischer und reflektierender Fähigkeiten Heranwachsender. Junge Menschen müssen in die Lage versetzt werden, Medien kritisch und kompetent zu nutzen. Sie sollten die Rahmenbedingungen der Medien verstehen können, um beispielsweise Fake News, Hate Speech oder Verschwörungstheorien erkennen und kategorisieren zu können. Dafür benötigen sie politische Kompetenzen und Wissen, die Lehrer*innen und Pädagog*innen vermitteln können.  

Wir sehen also, dass sich demokratische Partizipationsmöglichkeiten zunehmend online verlagern und dass Medien zunehmend zu digitalen Lernorten werden, so Frauke Hagemann. Gleichzeitig merken wir jedoch, dass Jugendliche einen Wissensvorsprung gegenüber ihnen Lehrer*innen haben, was Medien und das Internet betrifft. Daher müssen Lehrkräfte weitergebildet werden, betont Alfred Roos, um eine kompetente Nutzung von Medien und Online-Angebote vermitteln zu können. Außerdem ist es wichtig, so Roos, dass alle schulischen und außerschulischen Einrichtungen, auch auf dem Land, Zugang zu Medien und Internet haben.  

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Podiumsdiskussion einige interessante digitale Angebote zur politischen Bildung für Jugendliche und Kinder genannt:  
 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass politische Bildung in digitalen Räumen heutzutage von großer Bedeutung ist, um junge Menschen zu mündigen Bürgern heranzubilden. In einer zunehmend vernetzten Welt, in der Informationen schnell und einfach zugänglich sind, spielen digitale Medien eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung und politischen Teilhabe Heranwachsender. In diesem Zusammenhang kommt den Lehrkräften eine wichtige Rolle zu. Sie müssen nämlich junge Menschen dabei unterstützen, ein kritisches Bewusstsein für Online-Inhalte zu entwickeln. Durch gezielte Bildungsmaßnahmen können junge Menschen lernen, digitale Informationen kritisch zu hinterfragen, Fehlinformationen sowie Manipulation zu erkennen und zu vermeiden. Die Verwendung interaktiver Lernmethoden, Online-Diskussionen und Projekte ermöglicht es jungen Menschen, aktiv über politische Themen zu diskutieren und sie zu reflektieren. Die Förderung der politischen Medienkompetenz in der Schule ist daher unerlässlich, um Heranwachsende die notwendigen Werkzeuge für eine aktive politische Teilhabe zu geben. 

 

Chaymaa Zimame


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