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Aktuelle Ausgabe

2019/06 Meinungsbildung in sich wandelnden Öffentlichkeiten

Der öffentliche Diskurs ist in demokratischen Gesellschaften ein hohes Gut und seit Jahren bereits ein primär medialer. Die aktuellen Wandlungsprozesse der Medienlandschaft – gerade im Online-Bereich – werfen eine Reihe an Fragen zur Bedeutung von Medien für Prozesse der Meinungsbildung auf. Zu denken ist an netzspezifische Vergemeinschaftungsformen in interessenshomogenen Gruppen oder in Gruppen, die von stark polarisierenden Extrempositionen dominiert sind, an die Bedeutung von Filterblasen wie auch des Filterclashs, an alternative Fakten und Fake News und insbesondere mit Blick auf die Sozialen Netzwerkdienste an den Stellenwert von sogenannten Influencern, an den Einfluss von Informationsintermediären sowie den Einsatz von bildbasierten und audiovisuellen Botschaften beispielsweise Memes, Gifs und Videoclips ... als Argumente im Diskurs.

Strukturell betrachtet treten neben journalistische Anbieter von Inhalten weitere Akteure.
Entgegen der Hoffnungen auf eine Demokratisierung des öffentlichen Diskurses durch neue Teilhabemöglichkeiten aller potenziell informierten Bürgerinnen und Bürger, geben aktuell die Macht von Algorithmen und die Granulation des Nachrichtenkontakts Anlass zu fragen, • wie Prozesse der Meinungsbildung angesichts dieses strukturellen Wandels verlaufen, • welchen Akteurinnen und Akteuren dabei welche Rolle zukommt und • welche Bedeutung dies für den medialen Diskurs in demokratischen Gesellschaften hat.
Mit Beiträgen zu derartigen Fragen ist es unter anderem möglich, angemessene Ansatzpunkte für die Förderung notwendiger Kompetenzen bei Heranwachsenden aber auch bei Erwachsenen zu identifizieren sowie hilfreiche Rahmenbedingungen für die Meinungsbildung zu skizzieren.
 
merzWissenschaft 2019 will zu einem besseren Verständnis beitragen, welche  Rolle der insbesondere durch das Internet dynamisierte Medienwandel bei Prozessen der  Meinungsbildung spielt. Hierfür scheint eine Auseinandersetzung mit folgenden Fokuspunkten, die jedoch nur eine Auswahl darstellen und teils auch Überschneidungen bergen, fruchtbar: ‚Akteure und Strukturen‘, ‚ Inhalte und Diskurse‘ sowie ‚individuelle Prozesse der Meinungsbildung‘.

 

 


thema

  • Redaktion merzWissenschaft: Meinungsbildung in sich wandelnden Öffentlichkeiten
  • Lukas Otterspeer und Christoph Haker: Neurechte Adaptionen erziehungswissenschaftlichen Wissens. Konsequenzen für eine digitale politische Bildung
  • Carsten Schwemmer und Sandra Ziewiecki: Die Vernetzung von Influencern – eine Analyse der deutschen YouTube-Szene
  • Johannes Gemkow: Die Macht am Wissen und die Rolle der Medienkompetenz. Formen der Meinungsbildung in der Wikipedia
  • Ole Kelm: Angebot und Nachfrage politischer Kommunikation in Sozialen Netzwerkdiensten
  • Georg Materna: Ist das noch kritisch oder schon extrem? Meinungsbildung Jugendlicher in Sozialen Medien im Kontext von islamistischen Ansprachen und Islamfeindlichkeit
  • Karin Knop und Ines Welzenbach-Vogel: Machen wir uns die Welt, wie sie uns gefällt? Ein Forschungsüberblick zur Verbreitung, Rezeption und Aneignung von Fake News und daraus abgeleiteten Implikationen für medienpädagogische Maßnahmen
  • Silke Marchand und Lea Rump: Klafkis Grundfähigkeiten der Allgemeinbildung im Kontext des Strukturwandels von Öffentlichkeiten durch soziale Medien
  • Ulrike Hemberger: Bildungseinrichtungen zwischen Verantwortung für demokratische Öffentlichkeit und Medialisierung. Beispiel der Debatte um ein ‚kleines‘ Gedicht an einer ‚großen‘ Wand
  • Autorinnen und Autoren 2019

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Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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