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Swenja Wütscher: Gefühle sind Farben

    Zur Person

    Wie mache ich mein Kind sicher und stark? Helfen Sie mit diesem Hörbuch, Kinder vor Gewaltverbrechen und Missbrauch zu schützen. Sicher-Stark-Team Audio-CD, oomoxx media, 65 min., € 19,99.

    „[…] Wut ist ein Gefühl, das wir Erwachsene zwar häufig bei Kindern nicht sonderlich schätzen, das aber in vielen Situationen durchaus hilfreich und nützlich sei kann. Gefühle sind […] Farben, sie sind weder gut noch schlecht“. Vielmehr geht es darum, wie mit diesen Gefühlen umgegangen wird. Gefühle an sich sind immer in Ordnung, lediglich der Umgang mit ihnen sollte angemessen sein und bedarf daher der Förderung von Gefühlswahrnehmung und -erkennung. Mit solchen und anderen Strategieansätzen werden speziell Eltern – im Grunde aber alle Personen, die mit Kindern arbeiten – angesprochen, um ihnen dabei zu helfen, ihre Kinder sicher und stark zu machen und in ihrer weiteren Entwicklung zu unterstützen: In welchem Alter sollten Kinder mit Gefahren überhaupt vertraut gemacht werden? Wie kann ich mein Kind effektiv schützen? Was mache ich, wenn mein Kind erpresst wird? Wie vermittle ich meinem Kind Selbstbewusstsein? Fragen über Fragen, denen sich das Elternhörbuch Achtung! Starkes Kind! – Wie mache ich mein Kind sicher und stark? unter dem Motto „Prävention statt Therapie“ annähert.

    Gefahrensituationen werden simuliert, Übungsspiele für zu Hause angeregt, Eltern in ihrem Vorhaben durchweg gestärkt. „Dein Vater hatte heute Morgen einen Autounfall und ich soll dich von der Schule abholen, um dich ins Krankenhaus zu bringen. Deine Mutter ist auch schon dort und die warten alle auf dich. Komm, steig schnell ein, damit wir losfahren können.“ Es sind Beispiele, die beim ersten Höreindruck etwas altmodisch klingen, da sie mit demselben Wortlaut auch schon vor einigen Jahrzehnten auf der Tagesordnung standen. Allerdings sind sie in der Realität heute nicht weniger aktuell, im Gegenteil. Es gibt sie nämlich noch, die Maschen von damals, die bei Eltern längst in Vergessenheit geraten sind, mit denen sich aber auch heute Kinder noch locken lassen. Durch gezieltes Training, Gefahren zu erkennen, einen adäquaten Situationsumgang parat zu haben, gezielte Fragen zu stellen und richtiges Verhalten zu zeigen, soll unter anderem das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt werden – aber auch das der Eltern, ihren Töchtern und Söhnen ein solches zu vermitteln. In 25 teils auch sehr kurzweiligen Hörbuch-Tracks – mit einer Gesamtlaufzeit von 65 Minuten – liefert Autor Ralf Schmitz, Trainer für Gewaltprävention, praxisorientierte Alltagstipps sowie Anregungen und Hilfestellungen.

    Die Sozialinitiative Sicher Stark möchte mit diesem Konzept erreichen, dass Eltern ihre Kinder besser vor Gewaltverbrechen schützen und gegen Missbrauch stärken können, da Kinder, die sich wehren können und das Nein-Sagen gelernt haben, nicht so schnell Opfer von Gewaltverbrechen werden und wissen mit Übergriffen im nahen Umfeld besser umzugehen. Revolutionär sind manche der Ratschläge nun wirklich nicht, daher wirken so einige der Tracks etwas ausgelutscht. Allerdings ist es auch nicht die Absicht des Elternhörbuchs, neue Präventionsmaßnahmen vorzustellen, vielmehr geht es um eine Bündelung wichtiger – teils auch altbewährter – Strategien, um diese frisch ins Gedächtnis der Erziehenden zu rufen und den interessierten Hörerinnen und Hörern mit Trainingsratschlägen zur Seite zu stehen. Auch die sehr schlichte auditive Aufbereitung der einzelnen Tracks unterstreicht den inhaltlichen Schwerpunkt, wenn auch auf manch banale Bekräftigungsnebensätze gut hätte verzichtet werden können.

    Die Abbildung einer weiblichen Figur auf dem Booklet sowie der CD wiederum hätte gerne um einen männlichen Gegenpart ergänzt werden können, um das Stereotyp, dass nur weibliche Kinder geschützt und unterstützt werden sollten, nicht unnötig aufzufrischen. Die eigentlich Botschaft des Sicher Stark-Werks bedarf allerdings keiner weiteren Worte: „Kinder sollen nicht nur sicher und stark [gemacht werden], sondern […] Stärken erfahren, von denen sie vorher noch nichts wussten.“

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    Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
    JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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