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Thomas Krüger: Medienbildung und Politische Bildung

    Zur Person

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    Interdisziplinärer Diskurs

    Medien vor 60 Jahren – Medien heute. Da ist vieles gleich geblieben und doch irgendwie alles ganz anders. Wir sind vernetzt, online und mobil, Medien sind immer und überall – und aus keinem Lebensbereich und keiner (humanwissenschaftlichen) Disziplin wegzudenken. merz, seit 60 Jahren Forum der Medienpädagogik, nimmt ihren Geburtstag zum Anlass, um dies im interdisziplinären Horizont zu erörtern. Wir fragten Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Disziplinen: Was macht den Mehrwert medienpädagogischer Forschung und Praxis in der zunehmend mediatisierten Gesellschaft aus?

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    Wer vor der Etablierung des Internets medienpädagogische Themen wie Datenschutz oder Urheberrecht vermitteln wollte, hatte es schwer, ein Problembewusstsein hierfür zu wecken. Der Ausbau der Informations- und Kommunikationstechnologie brachte einerseits Vorteile wie besseren Zugang zu Informationen und neue Formen der gesellschaftlichen Teilhabe. Andererseits entstanden angesichts der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung der Medienwelt neue Fragen: Wie reagieren Staat und Gesellschaft auf die mit den neuen Medien verbundenen Problematiken im Bereich des Datenschutzes oder Urheberrechts? Wie verändern sich dadurch (mediale) Öffentlichkeit oder informationelle Selbstbestimmung? Diesen Fragen widmete merz schon 2008 mit Staat – Macht – Medien (merz 4/2008) eine gesamte Ausgabe. Heute sind mit jeder Google-Suche und mit jedem Facebook-Posting all diese Themen durchgängig berührt und verknüpft.Spätestens mit Big Data wird deutlich, dass Medienbildung und politische Bildung zusammenwachsen. Medienpädagogische Forschung und Praxis haben in vielen Studien und Praxisprojekten – darunter zahlreiche hervorragende des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis – gezeigt, wie tiefgreifend der digitale Wandel unsere Gesellschaft und unsere Politikkonzeptionen berührt und verändert. merz kommt das Verdienst zu, hierzu immer wieder wichtige Impulse ausgesandt zu haben. Was vor Jahren Thema bei merz war, wie Privatsphäre und Datenschutz im Netz (merz 3/2012) oder Medienpädagogik und Inklusion (merz 1/2012), das setzt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) heute in ihren Angeboten um.

    Wer in der digitalen Mediengesellschaft partizipieren will, muss die medialen Möglichkeiten zur politischen Beteiligung erkennen und nutzen. In Deutschland leben über zehn Millionen Menschen – manche sagen sogar 20 Millionen – mit Leseschwäche. Alte und junge Menschen, die Gründe sind ganz unterschiedlich. Sie benötigen geeignete Angebote, welche die aktuellen, hochkomplexen Themen verständlich aufbereiten. Wir versuchen, mit Materialien in einfacher Sprache – wie dem Reihenpiloten einfach INTERNET – den ersten Schritt zu gehen, damit aus politischer Bildung inklusive Medienbildung wird. Das Ziel muss sein, allen Menschen die selbständige souveräne Mediennutzung und somit die aktive Teilhabe an der digitalen Gesellschaft zu ermöglichen.Heute erzeugen wir alle dabei fortlaufend Datenströme, ob wir kommunizieren, uns fortbewegen, arbeiten oder am Strand liegen. Wenn aus diesen Daten das zukünftige Verhalten jedes einzelnen Menschen hochgerechnet werden kann – das Bildungsverhalten, das Freizeitverhalten, das Arbeitsverhalten oder gar das Wahlverhalten –, dann ist gerade das Phänomen Big Data eine Herausforderung für die politische Bildung.Wir fragen daher: Hilft uns Big Data, die Welt besser zu verstehen? Wie viel Transparenz oder Regulierung ist nötig? Wie erhalten wir unsere Handlungsfreiheit in der digitalen Gesellschaft?Durch die Verzahnung medienpädagogischer Forschung und Praxis greift merz in 60 Jahren impulsgebenden Ausgaben Fragen wie diese auf, die zeigen: Digitale Medien bieten die Chance, dass sich mit ihnen Medienpädagogik, inklusive Medienbildung und politische Bildung vereinen – zu einer gesellschaftlichen Bildung.

    Thomas Krüger ist Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung und des Deutschen Kinderhilfswerkes. Außerdem ist er Mitglied der Kommission für Jugendmedienschutz und Forschungsbeirat des Programms ‚Kultur und Außenpolitik‘ des Instituts für Auslandsbeziehungen.

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    JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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