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DarkTok: Neue funk-Reihe beleuchtet die Schattenseiten von TikTok

TikTok ist eine bunte, schnelllebige und vor allem junge Social-Media-Plattform, die in den letzten Jahren rasch an Popularität gewonnen hat. Fünf Millionen User*innen nutzen die App in Deutschland, weltweit erreicht die Anwendung bereits eine Milliarde Nutzer*innen, darunter vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das Besondere der App: Nutzer*innen werden Inhalte vorgeschlagen, die sehr genau auf ihre Interessen abgestimmt und zugleich kurz, aufregend und besonders stimulierend sind. Es ist schließlich diese bunte Vielfalt an unterhaltsamen, informativen und kreativen Clips, welche die Attraktivität der App ausmacht.

Dass die App ihre Nutzer*innen jedoch nicht nur mit Unterhaltungscontent und Inspiration versorgt, sondern sich dort auch sehr bedenkliche, problematische Clips rasch verbreiten, gerät angesichts des hohen Faszinationspotenzials schnell aus dem Blickfeld. Aber was, wenn derartige Problemfelder unentdeckt bleiben, die sich unmittelbar vor den Augen der Nutzer*innen abspielen?

Diese Frage beschäftigt auch die neue digitale Schwerpunktreihe DarkTok von funk, in der die Schattenseiten der beliebten Social-Media-Plattform beleuchtet werden. Mit einer spannenden Auswahl an unterschiedlichen Videos möchte das neue Angebot des Content-Netzwerks von ARD und ZDF insbesondere junge Nutzer*innen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der App sensibilisieren.

Eine besonders düstere Seite der Plattform zeigt sich bereits in einer Reportage des Formats STRG_F, die auf eindrückliche Weise darstellt, dass schon Kinder und Jugendliche auf TikTok mit drogenverherrlichenden Inhalten und Dealer*innen in Kontakt kommen. Einige der Nutzer*innen teilen dabei ihre Drogen-Erfahrungen mit der Community, filmen sich im Rausch oder geben in den Kommentaren gefährliche Konsum-Tipps preis.

Wie die Reporter*innen Isabell Beer und Désirée Fehringer herausarbeiten konnten, erleichtert der Algorithmus von TikTok offenbar die Zugänglichkeit zur Drogenszene. Zwar sind populäre Hashtags wie #drogen oder #drugs gesperrt, unter Hashtags wie #tanteemma, eine Anspielung auf die Droge MDMA, lassen sich jedoch noch zahlreiche Videos von Jugendlichen im Rauschzustand finden.

Konfrontiert mit den Rechercheergebnissen der Reportage erklärt TikTok, dass die Sicherheit und das Wohlergehen der Community für die Plattform Priorität habe und die Darstellung, Werbung oder der Handel mit Drogen jeglicher Art strikt abgelehnt und derartige Inhalte schnellstmöglich entfernt würden. Auch wenn angesichts der Anschuldigungen einige problematische Videos gelöscht wurden, sind bis heute bedeutsame Hashtags der Drogenszene selbst nach dem Hinweis von STRG_F nicht gesperrt.

Im Anschluss an die Reportage fordert nun auch der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert, die Plattform auf, sich ihrer Verantwortung noch stärker anzunehmen und minderjährige Nutzer*innen vor jugendgefährdenden Inhalten zu schützen. „Soziale Medien sind gerade für die Jüngeren unersetzlich“, schrieb er auf Anfrage von STRG_F. Gerade angesichts dieses Stellenwerts sozialer Netzwerkplattformen müsse gerade hier besonders auf einen wirksamen Schutz vor jeglichen Formen digitaler Gewalt oder illegalen Drogen hingearbeitet werden.

Seine Forderungen untermauert Blienert mit einem Verweis auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, welches die Betreiber*innen sozialer Plattformen verpflichtet, rechtswidrige Inhalte unverzüglich zu löschen und entsprechende Vorgänge der Polizei zu melden. Auch die Rolle der Ermittlungsbehörden im Kampf gegen die Veröffentlichung, Verbreitung und Nachverfolgung strafbarer Inhalte hebt er in seiner Stellungnahme hervor: „Genauso erwarte ich aber auch von der Polizei, dass sie solche Vorfälle ernst nimmt.“

Die wachsende Drogenszene auf TikTok ist jedoch nicht die einzige Entwicklung, auf welche die neue Reihe von funk aufmerksam machen möchte. So widmet sich das Format Glanz&Natur der Frage, wie sogenannte ‚That Girl‘-Videos auf TikTok unrealistische Erwartungen und eine spezifische Art zu leben und auszusehen, propagieren. BRUDI greift dagegen das Thema toxische Männlichkeit auf: Welche Werte werden den Zuschauenden vermittelt? Welche Strategien stecken dahinter?

Auch wenn die Inhalte der neuen funk-Reihe keine differenzierte, (medien-)pädagogische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken der App und ihren Auswirkungen für Kinder und Jugendliche ersetzen, so bietet die neue Schwerpunktreihe wertvolle Einblicke in bisher vernachlässigte Problemfelder von TikTok und Impulse zur weiterführenden Beschäftigung mit Themen wie Datenschutz, Selbstdarstellung, Cybermobbing oder Extremismus in den Sozialen Medien.

 

Links für eine weiterführende Beschäftigung mit der Thematik:

Eine wichtige medienpädagogische Einordnung der App und ihren Risiken für junge Menschen liefert ein Video der „‚Digitaler Elternabend“‘-Reihe, moderiert von Sina Stecher vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und SCHAU HIN!-Mediencoach Dr. Iren Schulz. Letztere beantwortet dort Fragen von Eltern, deren Kinder TikTok nutzen oder nutzen möchten: Wie ungewollte Interaktionen mit TikTok vermeiden? Wie persönliche Daten auf TikTok schützen? Und wie mit dem Kind über Selbstdarstellung und sozialen Druck sprechen? 

https://www.youtube.com/watch?v=c3pAF92OLKo&ab_channel=SCHAUHIN%21

 

Die Reportage und weitere Aufklärungsvideos zu den Gefährdungspotenzialen von TikTok sind hier zu finden:

https://t1p.de/DarkTok-Schwerpunkt-funk

 

Die Stellungnahme des Bundesbeauftragten für Sucht- und Drogenfragen zu der Recherche von STRG_F: https://t1p.de/Stellungnahme-Drogenfrage-TikTok

 

Lisa Melzer


funk ist das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, das Online-Inhalte für 14- bis 29-Jährige produziert. Das Format ‚STRG_F‘ wird vom NDR für funk produziert. Mehr Informationen sind auf der Formatseite im Presseportal von funk zu finden.


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Herausgeber*in

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
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