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Die Olchis – Willkommen in Schmuddelfing

Filmerlebnis für die Jüngsten

Über 30 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Olchi-Buches “Die Olchis sind da” von Erhard Dietl haben es die Olchis auf die große Leinwand geschafft. Die Buchreihe rund um die grünen Wesen beinhaltet mittlerweile 34 Bände und wurde alleine in Deutschland über fünf Millionen Mal verkauft. 

In ihrem Kinoabenteuer landet die siebenköpfige Familie mit ihrem Drachen Feuerstuhl auf der Müllhalde von Schmuddelfing. Dort testen Max, Lotta und der geniale Forscher Brausewein gerade ihre neueste Erfindung, die der Stadt aus der Patsche helfen soll: Die Müllhalde ist so überladen, dass ganz Schmuddelfing im Gestank ertrinkt und sämtliche Touristen vergrault hat. Nach einem etwas holprigen Kennenlernen, bei dem die Olchi-Oma Bekanntschaft mit dem “Destinkomaten” macht, freunden sich Max und Lotta mit den Olchi-Kindern an. Dabei merken sie schnell, dass die müllliebenden Wesen die perfekte Lösung für ihr Problem sind, wo sie doch nicht nur nett und fröhlich sind, sondern auch nichts lieber essen als ausgelaufene Batterien und anderen Müll! Doch der fiese Bauunternehmer Hammer will auf dem Gelände der Müllhalde eine Wellness-Oase bauen und versucht alles, um die Olchis loszuwerden. Da hat er aber nicht mit Max, Lotta und ihrem Onkel, dem genialen Wissenschaftler Brausewein, gerechnet. Mit vereinten Kräften können sie Hammers fiese Machenschaften aufdecken und den Menschen in Schmuddelfing beweisen, dass die Olchis eine Bereicherung für die Stadt sind. 

Für Olchi-Fans dürfte die Gestaltung der Figuren ein Highlight sein, denn die Olchis sehen genau so aus, wie man sie aus den Zeichnungen in den Büchern kennt. Dass die Animation dabei eher einfach gehalten ist, kommt den Fähigkeiten der jüngsten Zuschauenden entgegen und auch die Handlung des Films ist mit ihrem flachen Spannungsverlauf und geringem Tempo auf eine Zielgruppe im Kindergartenalter zugeschnitten. Kindern in diesem Alter machen vor allem die Eigenheiten der Olchis Spaß, die zum Beispiel in ihren Essgewohnheiten zur Geltung kommen, wenn es etwa überbackene Pantoffeln zum Abendessen gibt. Mit ihrer Vorliebe für Schmutz und Abfall setzen sich die Olchis von vielen Figuren in anderen Produktionen ab. Aber auch der Kontrast zu Max, der einen penibel geplanten Tagesablauf einzuhalten hat und sich nicht dreckig machen soll, wird besonders deutlich und kann Kinder zum Hinterfragen anregen. 

Besonders nachdrücklich vermittelt der Film die Botschaft, dass man offen auf andere zugehen und sich nicht auf vorschnelle Eindrücke versteifen sollte. Dass die Schmuddelfinger die neuzugezogenen Olchis von Anfang an ablehnen und vor lauter Vorurteilen nicht erkennen, dass die Olchis eigentlich die perfekte Lösung für ihr Problem und obendrein liebenswert und lustig sind, ist schon für die junge Zielgruppe verständlich dargestellt, allerdings mit nur wenig Hintersinn.  

Ein Kritikpunkt ist, dass die Olchis im Film eher als Nebenfiguren zu Max und Lotta erscheinen. Das Potenzial der titelgebenden Heldinnen und Helden und ihrer ungewöhnlichen Eigenheiten wurde hier nicht ausgeschöpft. Außerdem ist die Handlung sehr vorhersehbar und nicht wirklich innovativ, was das Fernseherlebnis für ein älteres Publikum deutlich schmälert. 

Für Kinder im Kindergartenalter bietet der Film allerdings eine gute Möglichkeit, um sie an erste Erfahrungen im Kino heranzuführen und beschert ihnen sicher viele lustige Momente. Am 22.07.2021 startet der Film in den deutschen Kinos.

Isabel Klotz


Header- und Teaserbild: © WUNDERWERK / OETINGER / LEONINE / ZDF


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