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Generation Messenger - Studie der Vodafone Stiftung Deutschland

Einblick in die Ergebnisse der Befragung zur Nutzung von Messenger-Diensten

Heutzutage findet ein großer Teil der Kommunikation über Messenger-Dienste statt, sei es mit Familie, Freund*innen oder auch beruflich. Um genauere Informationen zu deren Nutzung zu erlangen, hat die Vodafone Stiftung Deutschland gemeinsam mit dem Befragungsinstitut Infratest dimap im September 2020 eine repräsentative Befragung zur Nutzung von Messenger-Diensten durchgeführt. Bei der Studie ‚Generation Messenger‘ wurden 2.064 junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren zur Nutzung von Messengern befragt. Neben den individuellen Nutzungsgewohnheiten wurde auch nach Berührungspunkten mit problematischen Inhalten durch die Dienste, wie etwa WhatsApp, gefragt. Bei der Befragung wurden insbesondere die Dienste WhatsApp, Telegram, Signal, Threema, iMessage, Social-Media-Messenger, Snapchat und Discord als Messenger benannt. Alle zeichnen sich dadurch aus, dass Textnachrichten, aber auch Links, Bilder und Videos an Einzelpersonen oder in Gruppenkonversationen versendet werden können.

Nutzung und Zwecke der Dienste

Aus der Studie geht hervor, dass WhatsApp der klare Vorreiter unter den Messengern ist. 99 Prozent aller Befragten nutzen Messenger-Dienste, wobei ausnahmslos alle angaben, WhatsApp zu verwenden; davon 96 Prozent täglich. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen machten in der Studie deutlich, dass sie im Vergleich zu den Sozialen Medien in den Messengern aktiver sind und sich freier ausdrücken können (76%). Da im Vergleich zu Sozialen Medien mit Einzelpersonen oder einer geschlossenen Gruppe kommuniziert wird, besteht ein Unterschied in der Nutzung und Art der Kommunikation. In geschlossenen Chats ist zwar die Hemmschwelle für negative Äußerungen gegen Personen im Chat oder Dritte geringer, jedoch gaben 68 Prozent der Befragten an, in geschlossenen Gruppen eher jemandem zu widersprechen. Bezüglich der Nutzungsdauer werden beide Medien beinahe gleich intensiv genutzt, wohingegen mit klassischen Medien, wie Fernsehen, weniger Zeit verbracht wird. Bei der Dauer der Nutzung von Messenger-Diensten wird deutlich, dass mehr als drei Viertel (76%) der Befragten Messenger mehr als eine Stunde pro Tag nutzen und 23 Prozent sogar mehr als vier Stunden. Deutlich wurden Unterschiede bei der Nutzungsdauer zwischen den Befragten mit formal niedriger und höherer Bildung. So ist die Dauer der Nutzung bei den Personen mit formal niedriger Bildung deutlich höher (37%) als bei den Befragten mit formal höherer Bildung (17%). Neben dem meistgenutzten Messenger-Dienst WhatsApp (100%) werden gleichzeitig verschiedene Messenger benutzt, unter anderem Social-Media-Messenger (88%) oder Snapchat (62%). Dienste wie Threema und Signal, welche bezüglich des Datenschutzes Vorteile bieten, spielten bei der Befragung für die Nutzer*innen kaum eine Rolle. Das Verschicken von persönlichen Nachrichten an Freund*innen, die Familie (96%) oder zur Kommunikation mit Personen aus Berufs- oder Bildungskontexten (75%) werden als Hauptgründe der Nutzung von WhatsApp angegeben. Ebenso spielt die Koordination von privaten Terminen und die Organisation der Freizeit eine wichtige Rolle (70%). Zur Unterhaltung wird WhatsApp (44%) im Vergleich zu Snapchat (60%) oder Social-Media-Messengern (67%) weniger genutzt. Die Befragten gaben an, Soziale Medien zur Information über politische Inhalte und das Weltgeschehen eher heranzuziehen als Messenger (74%). Zur Diskussion über diese Inhalte bevorzugen die Befragten neben Sozialen Medien (41%) auch die Messenger als geschützte Räume (29%).

Falschnachrichten, Mobbing, Hassrede

In Bezug auf Hassrede, Falschnachrichten und Mobbing brachte die Studie viele Erkenntnisse. 61 Prozent aller Nutzer*innen gaben an, Falschnachrichten über Messenger-Dienste erhalten zu haben. WhatsApp (44%) und Social-Media-Messenger (42%) spielen dabei die größte Rolle. Als Absender*innen von Falschnachrichten wurden Bekannte aus Berufs- oder Bildungskontexten (50%) oder unbekannte Personen (40%) genannt. Aber auch Freund*innen (37%) und Verwandte (27%) wurden als Absender*innen angegeben. Neben Falschnachrichten gaben 53 Prozent der Befragten an, Mobbing wahrgenommen zu haben. Ebenso wurden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Messenger mit Hassrede (48%) und extremistischen Aussagen oder Aufrufen zur Gewalt (40%) konfrontiert. 32 Prozent der Nutzer*innen gaben an, Opfer von Beleidigungen, Bedrohungen oder Mobbing durch die Dienste geworden zu sein. Deutlich wird, dass junge Menschen mit formal niedriger Bildung stärker betroffen sind (43%) als Befragte mit formal höherer Bildung (27%). Im Bereich der Belästigung durch pornografische Inhalte oder mit Kontaktversuchen sind vor allem junge Frauen betroffen (42%). Im Vergleich dazu sind junge Männer weniger oft von Belästigung dieser Art betroffen (29%). Viele Betreiber von Messengern bieten eine Möglichkeit, auf problematische Inhalte zu reagieren, welche von den Nutzer*innen in diesen Fällen auch in Anspruch genommen wird. 40 Prozent haben bereits problematische Inhalte bei der Plattform gemeldet. Weitere 40 Prozent gaben an, auf dem informellen Weg Stellung zu beispielweise rassistischen oder beleidigenden Inhalten bezogen zu haben. Bei manchen (40%) war die Meldung erfolgreich, bei 26 Prozent gab es nur eine Rückmeldung des Betreibers. Ein Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einen Inhalt gemeldet haben, hat keine Rückmeldung erhalten.

Zur Studie


Teaser- und Headerbild erstellt mit Canva


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Herausgeber

Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

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