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Jüdische Orte der Vergangenheit und Gegenwart erkunden mit der Lernplattform ‚Jewish Places‘

Am 11. März 2021 wurde zum ersten Mal der Kulturlicher-Preis von der Kulturstiftung der Länder und der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters verliehen. Nominiert wurden 129 bundesweite Projekte, die eine Verknüpfung zwischen digitalen Technologien und kultureller Bildung schaffen. Zu den drei Projekten, die letztendlich mit der Auszeichnung geehrt wurden, gehört auch die Lernplattform Jewish Places.

Auf der Plattform können sich Nutzer*innen gezielt auf die Suche nach jüdischen Orten der Gegenwart und Vergangenheit machen. Eine interaktiven Karte bietet dabei die Möglichkeit, das jüdische Leben in Deutschland, und auch über Deutschland hinaus, zu entdecken. Dazu gehören historische Orte und aktuelle Gemeindeeinrichtungen, wie Synagogen, Bethäuser oder Friedhöfe, aber auch viele andere Einrichtungen, etwa Sportvereine oder jüdische Salons. Zu allen Orten finden sich umfassende Beschreibungen, Bilder und weiterführende Links. Daneben können Orte auch über einen virtuellen Spaziergang erkundet werden. Dabei werden die verschiedenen jüdischen Einrichtungen und Orte einer Stadt als einzelne Stationen miteinander verbunden. Zu jeder Station gibt es eine Beschreibung und Fotos. Beispielsweise kann sich über Berlins Scheunenviertel oder die jüdischen Orte in Erfurt informiert werden. Die letzte Option der interaktiven Karte ist, nach historischen Persönlichkeiten zu suchen und die relevanten Orte ihrer Biografien zu erforschen. Zum Beispiel kann das Leben von Hannah Arendt näher betrachtet werden, die 1906 in Hannover geboren wurde und während des NS-Regimes aus Deutschland flüchtete. In einem weiteren Reiter kann sich über weitere aktuelle Themenfeatures informiert werden. Zurzeit stehen bereits zwei Themenblöcke zur Frühen Neuzeit und zur Neo-Orthodoxie zur Verfügung, weitere sollen noch folgen. Auch diese Themen sind mit der interaktiven Karte verknüpft und zeigen die relevanten Orte.

Entwickelt wurde die Lernplattform vom Jüdischen Museum Berlin und wird nun durch das wachsende Netzwerk von Kooperationspartner*innen weiterentwickelt. Denn das Onlineportal kann mit eigenen Rechercheergebnissen und Erfahrungen bestückt werden, die zur jüdischen Geschichte beitragen. Damit werden die Nutzer*innen aktiviert, sich selbstständig weiter zu informieren und sich an der Website zu beteiligen. Dazu werden eigene Bilder, Filme und Texte hochgeladen, wodurch eine Vielfalt von Beiträgen auf der Plattform ermöglicht wird.

In Zukunft soll die Website durch verschiedene Bildungsmaterialien ergänzt werden, um beispielsweise Lehrkräfte oder pädagogische Fachkräfte bei eigenen Projekten rund um die Jewish Places zu unterstützen. Die Einbindung der Lernplattform in den Unterricht oder Projekte bietet sich sehr gut an. Schüler*innen oder Jugendliche können sich aktiv und selbstständig über das jüdische Leben informieren und selbst auf Erkundungstour gehen. Die Plattform ist sehr übersichtlich aufgebaut und durch die virtuellen Spaziergänge kann sie für digitale Projekte genutzt werden. Eine Website die es schafft, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verknüpfen und die eigene Neugierde anzuregen.

Förderer der Website sind unter anderem die Friends of the Jewish Museum Berlin in the U.S., Rothschild Foundation Hanadiv Europe und die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). In einem FAQ der Plattform werden viele weitere Fragen zu rechtlichen Themen, Forschung und Recherche, zum Nutzerprofil, zum Mitmachen und über die Plattform allgemein beantwortet.

 

Joana Baumgarten

 

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Teaser- und Headerbild: © Jüdisches Museum Berlin


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