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Medien kindersicher – Neues Online-Informationsangebot zum technischen Jugendmedienschutz

Wenn es um technischen Jugendmedienschutz geht, ist es oft gar nicht so einfach bei verschiedenen Diensten und Einstellungen den Überblick zu behalten. Wie kann ich zum Beispiel mein Kind vor ungewollten Kontakten über Messengerdienste schützen? Oder wie kann ich vermeiden, dass mein Kind bei der Nutzung von Online-Spielen in eine Kostenfalle tappt? Und wie kann ich verhindern, dass es ungeeignete Inhalte über Videostreaming-Dienste konsumiert? Antworten auf diese Fragen will das neue Portal Medien kindersicher Eltern und Erziehungsberechtigen liefern – und das verständlich und verlässlich.

Das kostenfreie Online-Informationsangebot vereint Informationen zu technischen Schutzlösungen für bei Heranwachsenden beliebten Geräten, Diensten und Apps. Anstatt die nötigen Informationen auf verschiedenen Websites zusammensuchen zu müssen, werden Eltern hier zu vielen Themen fündig und erfahren anhand von Checklisten, wie sie etwa Smartphone, Konsole und Computer, aber auch Router, Smart-TV und Sprachassistent kindersicher einrichten können. Anhand einer Prozentanzeige wird einsehbar, wie gut die Kinder und Jugendlichen dann theoretisch geschützt wären. Die Informationen sind dabei einfach dargestellt und erklärt, wobei das Angebot auch in leichter Sprache nutzbar ist. Neben der Anleitung im Textformat sind darüber hinaus bei vielen Anleitungen auch Videos verfügbar, die die Inhalte ebenso Schritt für Schritt näherbringen.

Das Angebot stellt unter anderem Leitfäden zu den Betriebssystemen Android und iOS bereit, wobei etwa zu allgemeinen Kinder- und Jugendschutzeinstellungen wie Altersfreigaben und Bildschirmzeit Empfehlungen gegeben werden, aber auch zu Datenschutzeinstellungen in Bezug auf Privatsphäre und Werbung. Anstatt Vorgaben für altersspezifische Bildschirmzeiten zu geben, wird darauf hingewiesen, dass „je nach Erziehungsstil“ die Nutzungszeit für bestimmte Apps eingeschränkt werden kann. Das Portal erklärt auch, wie bei Android-Geräten durch manuell erstellte Modi beispielsweise ein Lernmodus eingerichtet werden kann, in dem Heranwachsende nur bestimmte Apps nutzen können. Oder aber auch, wie Kinder ohne eigenes Gerät durch den geführten Zugriff nur eine durch die Eltern geöffnete App auf deren iOS-Gerät nutzen können.

Unter den vorgestellten Apps finden sich die Sozialen Medien WhatsApp, Snapchat, YouTube, Instagram, Facebook und TikTok, aber auch Streaming-Angebote wie Netflix, Amazon Video, Spotify oder Sky. Dabei sind oft Altersempfehlungen zu finden, welche in ‚Bis sechs Jahre‘, ‚sieben bis zehn Jahre‘ und ‚elf bis 15 Jahre‘ unterteilt sind. Hier werden altersspezifische Hinweise etwa zu USK und FSK oder als explizit-markierter Musik gegeben.

Der Bereich der Spielekonsolen umfasst Nintendo Switch, Playstation 4 und XBOX ONE. Bei den Sprachassistenten sind Leitfäden für Amazon Echo mit Alexa sowie Google Home verfügbar. Einstellungen zur Kindersicherheit bei Routern – etwa zu Internet-Zeit oder zur Sperrung jugendgefährdender Websites – finden sich zu Fritz!Box, Telekom Speedport, Vodafone Easybox sowie unitymedia Connect Box. Insgesamt deckt Medien kindersicher somit einen großen Teil des Marktes ab. Um stets auf dem neuesten Stand zu bleiben, können sich die Erziehungsberechtigten per Mail benachrichtigen lassen, wenn Einstellungsmöglichkeiten bei den genutzten Schutzmaßnahmen geändert wurden.

Bei der Nutzung des Portals sollten Eltern und Erziehungsberechtigte stets daran denken, dass hier nur Wege zum technischen Jugendmedienschutz aufgezeigt werden. Es ist wichtig, dass Eltern ihre Kinder darüber hinaus gut begleiten und ihre Medienkompetenz so weit stärken, dass sie sich später auch ohne technische Schutzeinstellungen gut schützen und sicher im Internet bewegen können. Hier setzt Medien kindersicher Anreize: So findet sich beispielsweise der Hinweis, dass, wenn ein Kind sich ein Social-Media-Profil anlegen möchte, dies ein guter Zeitpunkt sei, um mit ihm über Regeln im Umgang mit Sozialen Medien zu reden. In diesem Zusammenhang wird besonders das Urheberrecht an Bildern hervorgehoben, die das Kind auf der Social-Media-Plattform teilen könnte. Das Zusammenspiel von Medienerziehung und technischen Schutzlösungen betont beispielsweise Dr. Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Medienanstalten (DLM) in der Pressemeldung zum Start des Portals.

Medien kindersicher ist ein Angebot der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Bremischen Landesmedienanstalt (brema) und der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern (MMV).


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Kathrin Demmler | Prof. Dr. Bernd Schorb
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