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aus dem Heft: 2017/05: Self-Tracking. Lifelogging. Quantified Self.
in der Rubrik: publikationen

Trültzsch-Wijnen, Christine (Hrsg.) (2017). Medienpädagogik. Eine Standortbestimmung. Medienpädagogik | Media Education. Baden-Baden: Nomos. 209 S., 39,00 €.

Rund 20 Jahre ist es her, dass Dieter Baacke seine vielzitierte Definition von Medienkompetenz formulierte. In der Zwischenzeit hat sich die Medienpädagogik in unserer Gesellschaft fortwährend Gehör verschafft und konnte sich in vielen Bildungseinrichtungen fest etablieren. Als integrale Wissenschaft weist sie nach wie vor eine Heterogenität von Erklärungsmodellen und Methoden aus unterschiedlichen Fachgebieten auf. Die fortschreitende Digitalisierung führt zu weiteren Veränderungsprozessen in unserer Gesellschaft, die auch zukünftiges medienpädagogisches Denken und Handeln beeinflussen und herausfordern.
Der Sammelband wirft einen gegenwärtigen und kritischen Blick auf diesen Wissenschaftsbereich. Es wird das Ziel verfolgt, eine aktuelle Standortbestimmung der Medienpädagogik innerhalb der Wissenschaft und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vorzunehmen. Zu Beginn wird dazu die geschichtliche Entwicklung von einer ideologiekritischen zur handlungsorientierten Medienpädagogik nachgezeichnet. In den nachfolgenden Beiträgen wird sich um eine aktuelle interdisziplinäre Verortung der Medienpädagogik bemüht. Es werden Gegenwartsanalysen und Zukunftsprognosen vorgestellt, die Perspektiven unterschiedlicher Fachdisziplinen der Kommunikations-, Bildungs- und Sozialwissenschaft vereinen. Auch wird auf methodische Herausforderungen der Digitalisierung für die Forschung eingegangen und medienpädagogische Fachkräfte ziehen Bilanz aus ihren Projekten und Initiativen.
Der analytische Blick auf Problemfelder und Potenziale sowie die disziplinäre Multiperspektivität des Sammelbands vermitteln ein umfassendes Bild der gegenwärtigen Diskussion um die Bedeutung und Zukunft der Medienpädagogik in Deutschland. Die Pluralität an Kritiken und Plädoyers hält eine Vielzahl an unterschiedlichen Lösungsansätzen und interessanten Denkanstößen bereit, für deren Einordnung ein medienpädagogisches Grundwissen erforderlich ist. Die Publikation ist für einen Einstieg in die Thematik somit weniger zu empfehlen. Vielmehr dient der Band als vertiefende Lektüre für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachbereichs und liefert eine reflektierte Gegenwartsskizze des wissenschaftlichen und praxisgeleiteten Selbstverständnisses der Medienpädagogik.

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    Autor/innen: Saskia Eilers
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