Inhalt

im Heft: 2007/5: Bildung - Partizipation - Medien

Bildung - Partizipation - Medien

    "Kinder, die in eine Sonderschule abrutschen, haben ihre Zukunft oft schon verloren", titelte die Süddeutsche Zeitung am 24.09.2007. Im Text heißt es dann: "Hier sitzen die Armen, die Vernachlässigten, die Aggressiven, die Migranten." Benachteiligung kann verschiedene Ursachen haben. Armut, Vernachlässigung, ein Migrationshintergrund gehören dazu. Mangelnde Bildung ist eine weitere. Ohne eine gute Bildung bleiben viele Türen von vornherein verschlossen. Aber es ist ein ‚circulus vitiosus’, ein Teufelskreis. In Familien, die in ärmlichen Verhältnissen leben, bleibt meist wenig Zeit, sich um die Bildung der Kinder zu kümmern, viele Mädchen und Jungen sind auf sich allein gestellt. Oftmals gibt es noch nicht einmal einen Ort, an dem sie in Ruhe ihre Hausaufgaben erledigen und lernen können. Die Folge sind schlechte Zensuren und am Ende ein schlechter Schulabschluss. Damit sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz, zumal im Wunschberuf, auch nicht mehr besonders groß. Das Ende des Liedes ist ein schlecht bezahlter Job und wiederum ein Leben in Armut. Das A und O ist also eine gute Bildung?
    Wir haben uns vorgenommen, das Thema Benachteiligung und die Frage, welche Rolle die Medien dabei spielen, ein wenig grundsätzlicher anzugehen. Im ersten Beitrag geht Gerhild Brüning auf die verschiedenen Faktoren von Benachteiligung ein und ordnet fehlende Medienkompetenz, vor allem im Umgang mit den digitalen Medien, in einen größeren Kontext ein. Im Beitrag von Ulrike Wagner und Susanne Eggert wird der Zusammenhang von Bildungsbenachteiligung und Medien aufgegriffen und genauer beleuchtet. Am Ende steht ein Plädoyer für einen ressourcenorientierten Blick auf die Heranwachsenden und ihre spezifischen Kompetenzen, die im Schulalltag oft nicht zum Tragen kommen, aber durch gezielte medienpädagogische Arbeit gefördert und gestärkt werden können. In eine ähnliche Kerbe schlägt Peter Holzwarth, der auf der Basis des internationalen medienpädagogischen Praxisforschungsprojekts CHICAM – Children in Communication about Migration verdeutlicht, dass durch den Einsatz visueller Methoden bei der Erforschung von Identitätskonzepten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Ergebnisse erzielt werden können, die bei einer rein auf verbalen Methoden fußenden Untersuchung im Verborgenen bleiben. Neben diesen grundsätzlichen Artikeln sind an verschiedenen Stellen graue Kästen mit Kurzbeschreibungen von medienpädagogischen Projekten mit benachteiligten Zielgruppen platziert. Abgerundet wird das Thema durch zwei Interviews, in denen wir einer ‚Mädchenarbeiterin’ und einem ‚Jungenarbeiter’ fünf Fragen dazu gestellt haben, warum Mädchen bzw. Jungen in mancher Hinsicht benachteiligt sind und inwiefern geschlechterdifferenzierende (medien-)pädagogische Projekte sinnvoll sind.

    Susanne Eggert und Ulrike Wagner

    hierzu folgende artikel im merz-Heft

    Beiträge 1-7 von 7
    seitenanfang | druckansicht